Taliban erlitten im Panjshir-Tal schwere Verluste

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Widerstandskämpfer im afghanischen Panjshir-Tal haben den militant-islamistischen Taliban eigenen Angaben zufolge schwere Verluste zugefügt. Etwa 1.000 Islamisten seien in der einzigen Provinz, die bisher noch nicht von den Taliban kontrolliert wird, nach der Blockade einer Fluchtroute eingeschlossen worden, schrieb ein Sprecher der Nationalen Widerstandsfront am Sonntag auf Twitter. Zuvor hatte ein hochrangiger US-General vor einem Bürgerkrieg in Afghanistan gewarnt.

Alle Angreifer seien getötet worden, hätten sich ergeben oder seien gefangen genommen worden, hieß es weiter. Zudem seien alle Taliban aus dem Bezirk Parjan vertrieben worden. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden. Der Taliban-Sprecher Bilal Karimi wiederum schrieb am Sonntag auf Twitter, die Islamisten kontrollierten nun fünf der sieben Bezirke der Provinz.

Am Samstag hatten Bewohner des Tals erklärt, dass Widerstandskämpfer eine Sprengung durchgeführt hätten, um die Hauptroute durch das Tal zu blockieren. So seien vorgerückte Taliban-Kräfte eingeschlossen worden. Der Plan sei gewesen, diese dann von Positionen auf den Bergen anzugreifen.

Ein bisheriger Parlamentarier aus der Provinz Panjshir-Tal sagte, dass es Gefechte im Bezirk Shutul und Parjan gebe. Andere Gebiete im Tal seien unter vollständiger Kontrolle des Widerstands.

Die beiden Bezirke liegen jeweils am Anfang und am Ende des Tales. Von einem Bewohner des Bezirkes Shutul hieß es, Taliban-Kämpfer seien in sein Dorf vorgedrungen und hätten mehrere geparkte Autos kaputt geschossen. Die meisten Zivilisten seien bereits davor in die Berge geflüchtet. Die Taliban-Kämpfer seien wieder abgezogen. Unbestätigten Berichten zufolge wurden sie am Weg aus Shutul aus dem Hinterhalt angegriffen.

Taliban veröffentlichten auch ein Video mit Kämpfern vor der Bezirksverwaltung von Shutul. Allerdings liegt diese an der Hauptstraße durch das Tal direkt hinter dem Taleingang, nicht im Zentrum Shutuls. Um dieses zu erreichen, muss man erst mehrere Kilometer lang eine enge Bergstraße hinauf und ins nächste Tal wieder hinunter fahren.

Der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, General Mark Milley, warnte am Sonntag vor einem Bürgerkrieg in Afghanistan. „Ich weiß nicht, ob die Taliban in der Lage sein werden, ihre Macht zu konsolidieren und eine Regierung aufzubauen“, sagte Milley in einem Gespräch mit dem TV-Sender „Fox News“. Dies könne in den nächsten drei Jahren zu einer Neukonstituierung von Al-Kaida oder einer Erstarkung der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) führen. Dazu gebe es unzählige andere militanten Gruppen in Afghanistan, führte Milley in dem auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland geführten Gespräch aus.


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