Heimsieg und WM-Führung für Verstappen in Zandvoort

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Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat am Sonntag seinen Heim-Grand-Prix der Formel 1 in Zandvoort vor Lewis Hamilton gewonnen und dem Briten die WM-Führung wieder abgenommen. Im ersten Rennen der Königsklasse auf der umgebauten Strecke seit 36 Jahren feierte der Niederländer vor 70.000 enthusiastischen Oranje-Fans seinen siebenten Saisonerfolg. Insgesamt hält der 23-Jährige nun bei 17 Siegen, WM-Titelverteidiger Hamilton muss hingegen weiter auf seinen 100. warten.

Eine Woche nach dem Erfolg in der Regen-Farce von Spa setzte sich Verstappen bei Schönwetter im 13. WM-Lauf des Jahres souverän vor dem Mercedes-Duo Hamilton und Valtteri Bottas durch. Sein Vorsprung auf Hamilton vor dem nächsten Einsatz in einer Woche in Monza beträgt drei Punkte.

„Es ist unglaublich. Die Erwartungen waren aber auch sehr hoch und es ist nicht einfach, diese zu erfüllen. Ich bin unglaublich glücklich, hier gewonnen und die WM-Führung wieder übernommen zu haben, und das vor diesem Publikum“, freute sich Verstappen, dem auch das niederländische Königspaar zugesehen hatte. Von Hamilton gab es Lob für den nächsten Zandvoort-Sieger nach Niki Lauda 1985. „Max hat hier einen großartigen Job gemacht. Ich habe alles gegeben, aber sie waren einfach zu schnell für uns“, bekannte der Brite.

Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zollte dem Niederländer Respekt. „Heute war Max unglaublich schnell, trotz des Drucks von unseren zwei Autos. Das war schon ein verdienter Sieg“, sagte der Wiener im Interview mit ServusTV. Mit dem Ausgang sei er angesichts der Verstappen-Vorstellung und zwei, drei kleiner Eigenfehler aber nicht unglücklich. Für Monza versprach Wolff vollen Angriff. „Das holen wir uns zurück.“

Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko war mit dem umjubelten Sieger und der zurückgeholten WM-Führung natürlich hochzufrieden. „Er hat in der jeweiligen Situation einfach das Richtige und Optimale gemacht, ohne die Reifen zu überfordern. Gratulation an das ganze Team, aber Max war unglaublich.“ Die Strategie sei vom gesamten Team präzise und genau ohne Hektik umgesetzt worden, betonte der Steirer. Im Hinblick auf das nächste Rennen bremste er die Erwartungen aber etwas. „Jetzt werden wir schauen, wie wir Monza meistern, das ist eigentlich ein Kurs, der uns nie gelegen ist.“ Mit der Euphorie von Zandvoort könne man aber zuversichtlich sein. Auch Teamchef Christian Horner verwies auf die bisher schwierigen Monza-Rennen und schob die Favoritenrolle Mercedes zu.

Das Zandvoort-Rennen diktierte Verstappen bei Schönwetter nach souveränem Start von der Pole Position aber von Beginn an. Damit hielt er seine Mercedes-Verfolger Hamilton und Bottas souverän in Schach, die wiederum deutlich schneller waren als der Rest des Feldes. Nach dem ersten Reifenwechsel des Spitzenduos ging Bottas in Führung. Der Finne blieb aus Strategiegründen länger auf den gebrauchten Pneus, war einige Runden später aber kein echtes Hindernis für Verstappen, der den Finnen wie kurz darauf auch Hamilton locker überholte.

Nach 40 Runden kam abermals Hamilton zuerst an die Box. Verstappen ließ seine Reifen einen Umlauf später wechseln und schaffte es wieder vor dem zuvor etwas im Überrundungsverkehr aufgehaltenen Weltmeister zurück auf die Strecke. Aufgrund anderer Reifenwahl musste der zwischenzeitlich recht nahe an den Niederländer herangekommene Hamilton das Tempo in der Schlussphase aber wieder drosseln, wodurch Verstappen schließlich zu einem ungefährdeten Erfolg raste.

Spannend wurde es in der Schlussphase nur noch durch den Ungehorsam von Bottas. Der Finne ignorierte die Anweisung seiner sportlichen Leitung, nach erfolgtem Reifentausch nicht die schnellste Runde von Hamilton zu attackieren. Er fuhr dann tatsächlich schneller als sein Teamkollege, wodurch sich Hamilton vor der letzten Runde ebenfalls noch zu einem Reifenwechsel entschloss und sich den Zusatzpunkt für die beste Zeit wieder zurückholte. Mercedes-Boss Wolff wollte aufgrund der Bottas-Aktion öffentlich kein Öl ins Feuer gießen. „Valtteri war da ein bisschen frech, aber das ist ok.“

Rang vier ging an Pierre Gasly (AlphaTauri) vor Charles Leclerc (Ferrari). Verstappens wegen des Tauschs von Teilen am Wagen aus der Boxengasse gestarteter Teamkollege Sergio Perez kam nicht über Rang acht hinaus. Dadurch behielt Mercedes in der Konstrukteurswertung vor Red Bull die Führung. Der für den anstelle des mit dem Corona-Virus infizierten Kimi Räikkönen im Alfa Romeo fahrende Robert Kubica wurde 15.


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