Ars-Electronica-Ausstellung konfrontiert mit Klimawandel

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Der Beitrag des Ars Electronica Centers zum Mittwoch beginnenden Festival „A New Digital Deal“ ist die neue Ausstellung „There Is No Planet B“. Gemeinsam mit dem Klima- und Energiefonds wurde eine eindringliche Konfrontation mit dem Thema Klimawandel erarbeitet, die in künstlerischen Projekten, Themenstationen und praktischen Beispielen Situationen vor Augen führt und Lösungen anbietet.

„Es gibt keinen Planeten B, aber wir können mit Bewusstsein und Besonnenheit, mit unserem Plan B, mit neuer Herangehensweise notwendige Änderungen einleiten“, sagte Ars-Electronica-Direktor Gerfried Stocker bei einer Presseführung am Montag. Der Klimafonds sei auf das Ars Electronica Center zugekommen, „um die Aufklärungsfunktion des Museums zu nützen“. Das sei großartig, denn so bekomme man eine „Expertise, die wir nicht im eigenen Team haben“. Klima- und Energiefonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel erklärte, die Menschheit lebe über ihre Verhältnisse. „Die Politik muss etwas tun“, forderte sie und verwies auf Linz, wo alle an einem Strang ziehen würden.

„Die Strategie der Stadt Linz als klimaneutrale Industriestadt in die Zukunft zu gehen, wird mit der Ausstellung unterstützt“, betonte Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ). Es gehe um Konfrontation, nicht darum Panik zu erzeugen, aber auch nicht zu bagatellisieren. Hilfreich sei „alles, was das Bewusstsein erzeugt, ‚es geht, hilf mit!‘“. Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP) meinte, „Kunst kann die Bevölkerung dazu auffordern, sich mit Themen auseinanderzusetzen“. Die Ausstellung zeige, wie viel Kraft in der Natur stecke.

Kuratorin Veronika Krenn führte durch die Schau, beginnend im obersten Geschoß des Centers. Am Eingang platziert ist das „Museum of edible Earth“. Masharu greift damit die uralte Praxis der Geophagie, des Essens von Erde und erdähnlichen Substanzen auf - Probieren ist erlaubt. Am gegenüberliegenden Ende des Raumes fällt in „Raindrop“ von Alistair MC Clymont ein Wassertropfen - und fällt und fällt. Das Gesetz der Schwerkraft wird durch einen Luftstrom aus einer Maschine scheinbar aufgehoben.

Dazwischen gibt es etwa „Sieben Fakten zum Klimawandel“ wie 1.) Die Welt wird wärmer, 2.) Wir sind schuld daran bis 7.) Wir können etwas dagegen tun. Das ist das Credo der Ausstellung, wie auch eingangs betont wurde, nur ist es höchste Zeit ins Tun zu kommen. Krenn legt dem Publikum Gespräche mit den extra geschulten Infotrainerinnen und Infotrainern ans Herz, um das volle Ausmaß der Ausstellung zu erfassen. Selbst informieren kann man sich an einem Infotisch, der laufend aktualisiert wird, über Projekte des Energiefonds. Das „Life Support System“ der Disnovation.org führt an einem Quadratmeter Weizen, der künstlich in einer geschlossenen Umgebung angebaut wurde, vor Augen, welchen Beitrag die Natur bei der Produktion unserer Nahrungsmittel leistet und wie ungeheuer aufwendig ein künstlicher Ersatz wäre.

Im Untergeschoß zeigt „SolarVille“ den Prototyp einer Miniatur-Ortschaft, die rein mit Solarenergie versorgt wird. Das interaktive Modell reagiert, wenn man Sonnenkollektoren mit der Hand abdeckt. „A Genealogy of Man-made Earthquakes“ lässt einen mittels Spezialweste menschengemachte Erdbeben am eigenen Leib spüren.

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