Filmlegende Jean-Paul Belmondo mit 88 Jahren verstorben

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Die französische Filmlegende Jean-Paul Belmondo ist tot. Der Schauspieler ist am Montag in Paris im Alter von 88 Jahren verstorben, wie sein Anwalt mitteilte. Belmondo spielte in knapp 100 Kinofilmen mit und war in über 40 Theaterrollen zu sehen. Eine seiner bekanntesten Rollen, die sogleich seinen Durchbruch als Leinwandstar bedeutete, war die des Kleinkriminellen Michel in Jean-Luc Godards Nouvelle-Vague-Klassiker „Außer Atem“ aus 1959.

Filme wie „Und dennoch leben sie“ mit Sophia Loren, „Eine Frau ist eine Frau“, „Die Millionen eines Gehetzten“ und „Angst über der Stadt“ ließen Belmondo zu einer Kultfigur des französischen Kinos werden. Er spielte an der Seite von Claudia Cardinale, Gina Lollobrigida, Brigitte Bardot und Jeanne Moreau und arbeitete zusammen mit Regisseuren wie François Truffaut, Louis Malle und Claude Sautet. Zuletzt war Belmondo 2008 in „Ein Mann und sein Hund“ auf der Leinwand zu sehen.

Und dennoch bleibt Belmondo auf ewig der Haudegen mit breitem Grinsen und zerknautschtem Boxergesicht, als den ihn Godard 1959 in „Außer Atem“ inszeniert hatte, womit der damals 26-Jährige über Nacht zum Star wurde. Belmondo wurde zum Aushängeschild der Kinorebellen, zu denen auch Truffaut, Claude Chabrol und Eric Rohmer zählten. In „Außer Atem“ spielt Belmondo den Polizistenmörder Michel, der von seiner Freundin verraten wird. In dem Kriminaldrama, mit dem Godard den amerikanischen Gangsterfilm und Humphrey Bogart feiert, verkörpert er den Geist des Anarchismus: cool, lässig, unverschämt und existenzialistisch. Wie er die Zigarette zwischen den Fingern dreht, sich den Hut in die Stirn zieht, sein entschlossener Gang, das überlegene Grinsen und die Art, wie er den Daumen à la Bogart über seine wulstige Lippe streicht: Belmondo drückte den Filmen auch mit Gesten und Blicken seinen Stempel auf.

„Außer Atem“ ließ früh sein Talent als Darsteller von Ganoven und Gangstern erkennen. Und so holte ihn Claude Sautet in „Der Panther wird gehetzt“ als jungen Gangster und Handlanger vor die Kamera. In „Der Teufel mit der weißen Weste“ lässt ihn Jean-Pierre Melville einen Polizeispitzel spielen. François Truffaut drehte mit ihm „Das Geheimnis der falschen Braut“ und Jacques Deray „Borsalino“. Doch Belmondo war wandlungsfähig. Dass ihm auch Melancholie und Verletzbarkeit gut standen, bewies er 1960 in „Stunden voller Zärtlichkeit“ von Peter Brook. Den Abenteurer und Actionhelden brachte Philippe de Broca in „Cartouche, der Bandit“ und in „Abenteuer in Rio“ zutage.

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Seine Rollenvielfalt und ungebrochene Ausdruckskraft machten ihn für Melville zu einem der außergewöhnlichsten Schauspieler seiner Generation. Sein ewiger Rivale war Alain Delon. Doch an Belmondos komödiantisches Talent kam der Schönling nicht heran. Die Franzosen nannten Belmondo liebevoll „Bébel“. Für Delon gab es keinen Spitznamen.

In den 70er-Jahren begann der durchtrainierte Schauspieler sich immer mehr als Komödiant und Actionstar zu profilieren. Dabei riskierte er auch Kopf und Kragen, denn er kam in den meisten Filmen ohne Double aus. Unerschrocken kletterte er an Strickleitern zu Helikoptern hoch und sprang über fahrende Züge. Als er sich in „Der Boss“ bei einem Stunt am Kopf verletzte, machte er mit seinen halsbrecherischen Unternehmen Schluss. Da war er 52.

Dabei war Belmondo kampferprobt. Das lehrte ihn nicht nur das Kino. Als Berufsboxer hatte sich der Sohn eines Pariser Bildhauers über das Wandertheater bis hoch in den Kino-Olymp gekämpft - um dann in den 1980er-Jahren wieder tief auf die Erde zu fallen. Als sich das Kino von ihm abwandte, kehrte er wieder zu seinen Anfängen zurück, dem Theater. Im Jahr 1991 erwarb er in Paris schließlich sein eigenes Schauspielhaus und verwirklichte damit einen Jugendtraum. Belmondo stand in mehr als 40 Rollen auf der Bühne.

Nicht nur vor der Kamera musste der Haudegen Schläge einstecken. Im November 1999 erlitt er in Brest auf der Bühne einen Herzanfall und 2001 auf Korsika einen Schlaganfall. Und Belmondo machte stets auch nicht nur mit seinen Kinoeinsätzen Schlagzeilen, sondern auch mit seinem Privatleben, machte der Charmeur doch aus seiner aktiven Bewunderung für schöne Frauen nie ein Geheimnis. Seine vier Kinder stammen aus den Beziehungen mit der Tänzerin Elodie Constantin und Nathalie Tardivel. Seine Liaison mit der rund 40 Jahre jüngeren Barbara Gandolfi endete 2012 nach vier Jahren mit einer Trennung.


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