Nach 639 Tagen ist mit dem Kulturjahr Graz 2020 Schluss

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Das Kulturjahr Graz 2020 unter dem Motto „Wie wir leben wollen“ ist am Dienstag offiziell zu Ende gegangen, inoffiziell laufen Projekte noch bis in den Herbst hinein weiter. „Rund 8.000 Veranstaltungstermine waren in einer schwierigen Zeit doch möglich“, betonte Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Dienstag. „Kunst und Kultur sind Indikatoren für die Lebensqualität einer Stadt“, resümierte Kulturstadtrat Günter Riegler (ÖVP).

Von 600 eingereichten Projekten wurden 94 ausgewählt und umgesetzt. Nach der Eröffnung am 23. Jänner 2020 kam zwar im März bereits der erste Lockdown, doch mit Hilfe der Verlängerung in das nächste Jahr auf insgesamt 639 Tage gab es genug Spielraum, die Fragen zum Thema „Wie wir leben wollen“ auf unterschiedlichste Weise zu beleuchten. „Die Antworten, die gefunden wurden, werden die Stadt noch lange beschäftigen“, meinte Nagl. Auf konkrete Vorhaben wollte und konnte er sich angesichts der Gemeinderatswahl am 26. September nicht einlassen, ebenso wenig wie Kultur- und Finanzstadtrat Riegler.

Das Zusammenspiel von Kultur und Wissenschaft hat einige Objekte hervorgebracht, die noch länger sichtbar bleiben werden. So wird die Installation „FlussFluss“ vom italienischen Architektur-Kollektiv orizzontale dauerhaft in der Freizeitanlage Grünangerbucht bleiben. Der Klima-Kultur-Pavillon des Breath Earth Collectives am Freiheitsplatz, der durch Pflanzen und Wassernebel an heißen Tagen Kühlung spendete, wurde zunächst einmal bis 30. September verlängert, dann soll ein neuer Standort für das nächste Jahr gesucht werden.

Das Projekt „Space:Object:Inbetween“ von studio Asynchrome wird Teil des Österreichpavillons auf der diesjährigen Expo in Dubai. Erarbeitet wurde von der Akademie Graz auch ein „Leitfaden für inklusive Kultur“, der nun allen Institutionen zur Verfügung steht und helfen soll, die inklusiven Zugänge weiterzuentwickeln. Die sinnvolle und nachhaltige Nutzung von Vorgärten war auch Thema eines Projekts. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen Impulse für die Stadtplanung und Grünraumbewirtschaftung geben, denn „das Thema Stadtentwicklung bleibt für mich die spannendste Aufgabe“, erklärte der Bürgermeister.

Im Zuge von Graz 2020 entstanden 42 Publikationen. 90,7 Prozent aller Kooperationspartner waren in Graz ansässig. Bei einer Befragung meinten zwei Drittel aller Stadtbewohnerinnen und -bewohner, dass durch das Kulturjahr die Attraktivität der Stadt gesteigert wurde, 67,2 Prozent würden sich so eine Initiative auch für die Zukunft wünschen.


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