Strafprozess gegen HG Pharma-Gründer am 3. November in Wien

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Am 3. November muss sich der im Zuge der Abwicklung von PCR-Tests für das Land Tirol unter Beschuss geratene Gründer der Firma HG Pharma, Ralf Herwig - bei der WKStA ist in dieser Sache ein Ermittlungsverfahren anhängig - am Wiener Landesgericht für Strafsachen verantworten. Das gab sein Verteidiger Nikolaus Rast am Dienstag auf APA-Anfrage bekannt. Der ursprüngliche Termin war Anfang Mai wegen vorgeblicher Herzprobleme Herwigs geplatzt.

Im Wiener Verfahren geht es um Herwigs Qualifikation als Facharzt für Urologie und Andrologie. Die Staatsanwaltschaft Wien wirft ihm vor, zwischen 2013 und 2017 fünf Männer, die sich wegen Erektionsproblemen zu ihm in Behandlung begeben hatten, „verpfuscht“ zu haben. Er soll die Männer falsch diagnostiziert und gefäßchirurgischer Eingriffe unterzogen haben, die weder indiziert waren noch dem Stand der Wissenschaft entsprachen.

Vier Männern, denen er ein - tatsächlich nicht vorhandenes - venöses Leck in einer Penisvene diagnostiziert hatte, soll Herwig eine dauerhafte erektile Dysfunktion zugefügt haben. Der fünfte Patient litt nach der OP laut Anklageschrift an einer „wesentlichen Veränderung seines Penis“. Zwei Betroffene nahmen sich im Jänner 2014 bzw. im Mai 2015 das Leben.

„Mein Mandant bekennt sich weiter ‚nicht schuldig‘. Er ist der Meinung, er hat alles richtig gemacht“, sagte Verteidiger Rast. Herwig sei der Überzeugung, der von der Justiz bestellte medizinische Sachverständige, auf dessen Feststellungen im Wesentlichen die Anklage beruht, habe nicht die nötige fachliche Qualifikation, um die prozessgegenständlichen Eingriffe dem Stand der Wissenschaft entsprechend beurteilen zu können.

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