Tom Brady wieder einmal der Gejagte - NFL-Saison startet

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Wenn in der Nacht auf Freitag der amtierende Super-Bowl-Champion Tampa Bay Buccaneers die Saison der National Football League (NFL) im heimischen Raymond-James-Stadium gegen die Dallas Cowboys eröffnet, werden alle Augen auf Superstar Tom Brady gerichtet sein. Der 44-jährige nimmermüde Buccs-Quarterback geht auf seinen bereits achten Meisterschaftsring los. Im Kampf um die Football-Krone wollen aber auch die entthronten Kansas City Chiefs oder die Los Angeles Rams mitreden.

Brady, der nach 20 Jahren und sechs Titeln die New England Patriots vor der Saison 2020 verlassen hatte, ist nun in Florida bei den Buccs der unbestrittene Anführer. Gleich im ersten Jahr gewann er unter Headcoach Bruce Arians die Meisterschaft. Altersmüdigkeit zeigt Brady - der mehr Super-Bowl-Titel vorweisen kann als seine Star-Kollegen Patrick Mahomes (Kansas City), Aaron Rodgers (Green Bay Packers), Ben Roethlisberger (Pittsburgh Steelers) und Russell Wilson (Seattle Seahawks) zusammen - trotz seiner langen Karriere bisher nicht. „Ich kann den Ball immer noch werfen, als wäre ich 24. Ich hoffe, das wird mein bestes Jahr“, richtete er der Konkurrenz aus.

Auch in der neuen Saison gilt Tampa als einer der Topfavoriten im Kampf um die Vince Lombardi Trophy, schließlich konnten Arians und Buccs-General-Manager Jason Licht sämtliche Starter vom Super Bowl im Februar halten. Es gab daher keine nennenswerten Abgänge - eine Seltenheit in Zeiten von Salary Cap und Rekord-Verträgen. Erster Gegner der Buccaneers ist Dallas. Der Club des exzentrischen Eigentümers Jerry Jones hat zuletzt kleinere Semmeln backen müssen, die letzten beiden Play-offs fanden ohne die Texaner statt. Immerhin sollte Quarterback Dak Prescott nach seinem Knöchelbruch in der vergangenen Saison wieder fit sein.

Als erster Herausforderer von Tampa gelten laut Buchmachern und Experten die Kansas City Chiefs, die den Buccs im Super Bowl klar mit 9:31 unterlegen waren. Quarterback Mahomes und Coach Andy Reid wollen zum dritten Mal in Folge ins Finale und da ihren zweiten Titel holen. Gelingen soll dies mit einer neuen Offensive Line, die Mahomes beschützen soll, und einer verstärkten Defense.

Als Kandidaten für Super Bowl LVI am 13. Februar im kalifornischen Inglewood werden auch die dort heimischen Los Angeles Rams und die Buffalo Bills gehandelt. Die Rams haben sich in einem spektakulären Trade mit Quarterback Matthew Stafford von Detroit verstärkt und dafür ihren einst teuer gedrafteten Spielmacher Jared Goff an die Lions abgegeben. Das Team von Trainer Sean McVay trifft allerdings in der NFC West mit Seattle, den Arizona Cardinals und den San Francisco 49ers auf drei weitere Teams mit Siegesambitionen. Die Bills wollen indes nach dem Erreichen des AFC-Championship-Spiels (24:38-Niederlage gegen Kansas) nun einen Schritt weiter gehen. Die Hoffnungen ruhen dabei auf Quarterback-Jungstar Josh Allen, der gerade erst seinen Vertrag bis 2028 für satte 258 Millionen Dollar verlängert hat.

Auf einen ähnlich fetten Kontrakt wartet noch Lamar Jackson, der Spielmacher sorgte in seinen ersten drei NFL-Jahren in Baltimore für Furore. Die dort beheimateten Ravens gehören zu den üblichen Verdächtigen, wenn es um die Postseason-Plätze geht. Als Geheimfavorit gelten indes die Cleveland Browns, die mit dem Erreichen der Play-offs in der Vorsaison ihr Verlierer-Image abstreiften und unter Coach Kevin Stefanski aufblühen.

Ob es einen österreichischen Beitrag zur NFL geben wird, ist ungewiss. Bernhard Seikovits bei den Cardinals und Sandro Platzgummer bei den New York Giants stehen zumindest einmal im Trainingskader.

Die Corona-Pandemie ist unterdessen weiter ein Thema in der NFL, wenngleich die Regeln für geimpfte Spieler sowie der Fanzugang zu Stadien deutlich gelockert wurden. Dennoch wird es Alltag sein, dass infizierte Spieler am Spieltag ausfallen. So wird aus diesem Grund den Cowboys zum Auftakt in Tampa ihr All-Pro-Guard Zack Martin fehlen, während im ausverkauften Stadion mehr als 65.000 Zuschauer erwartet werden.


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