Prozess um islamistische Terroranschläge startet in Paris

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Sechs Jahre nach den schwersten Anschlägen in der Geschichte Frankreichs müssen sich 20 Angeklagte von Mittwoch (12.30 Uhr) an in Paris vor Gericht verantworten. Bei den nahezu zeitgleichen Angriffen im Konzertsaal Bataclan, auf Straßencafés und an einem Fußballstadion wurden am 13. November 2015 insgesamt 130 Menschen getötet, 350 weitere wurden verletzt. Es wird der umfangreichste Prozess, den die französische Justiz je geführt hat.

Salah Abdeslam, das letzte noch lebende Mitglied des Terrorkommandos, verließ in der Früh in einem stark gesicherten Konvoi das Gefängnis in Fleury-Mérogis, wo er in Isolationshaft saß. „Die gesamte Welt beobachtet uns“, sagte Justizminister Eric Dupond-Moretti französischen TV-Sendern.

Die ersten beiden Tage werden die etwa 1.800 Nebenkläger aufgerufen, unter ihnen Betroffene und Angehörige. Sie haben die Möglichkeit einer psychologischen Beratung. Ein rotes oder grünes Band an ihrem Zugangsausweis zeigt an, ob sie von Journalisten angesprochen werden dürfen.

Knapp 1.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz, um den Prozess abzusichern. Im historischen Justizpalast auf der Ile-de-la-Cité wurde ein neuer Saal mit 550 Plätzen eingerichtet.

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„Der Prozess soll es den Familien ermöglichen, zu verstehen, was passiert ist“, sagte der ehemalige Staatsanwalt François Molins dem Sender RTL. Es gehe auch darum, eine kollektive Erinnerung zu schaffen.


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