Israel im Fokus beim 9. Jazz Festival Leibnitz

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Die neunte Ausgabe des Jazz Festival Leibnitz von 30. September bis 3. Oktober geizt nicht mit spannenden, internationalen musikalischen Gästen. Der israelische Starsaxophonist Daniel Zamir und das Trio Shalosh gehören auch dazu und sind Teil eines Israel-Schwerpunktes. Somit wartet das südsteirische Jazzereignis zum ersten Mal mit einem eigenen Länderschwerpunkt auf.

Ebenfalls aus Israel werden erwartet: der aus dem Klassikbereich kommende Mandolinenvirtuose Avi Avital (im Duo mit dem Jazzpianisten Omer Klein) und das Shauli Einav Quintet. Der gesamte Länderschwerpunkt spielt sich am Samstag (2.10.) im Hugo-Wolf-Saal des Kulturzentrums Leibnitz ab. Erwartet wird auch der israelische Botschafter in Österreich, Mordechai Rodgold.

Insgesamt präsentiert sich das Programm des Festivals vor allem in punkto Genres als einigermaßen experimentell. Während die angekündigte Bearbeitung für Mandoline und Klavier von Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 2 speziell bei Klassikfreunden für Neugier sorgen dürfte, kommen bei anderen Darbietungen auch (jazz-)rockige Töne zur Geltung - so etwa bei dem Berliner Szenequartett Unbedingt rund um den Gitarristen Jörg Schippa.

Mit dem aus Istanbul engagierten Gitarre-Avantgardisten Tolgahan Cogulu und seinem Landsmann, dem Saz-Spieler Sinan Ayyildiz wagt sich das Festivals diesmal auch in andere Randgebiete des Jazz wie mikrotonale Musik und Ethno-Klänge. Den Schlusspunkt setzen die beiden Franzosen Christophe Monniot und Didier Ithursarry am 3. Oktober. Sie stellen ihre aus der Welt der Musette kommende CD „Hymne à l‘amour - Deuxième chance“ bei einer Sonntagsmatinee im Weingartenhotel Harkamp vor.

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Nach der Corona-bedingt reduzierten Festivalausgabe im Vorjahr werden diesmal wieder alle vier traditionellen Bühnen in und um Leibnitz bespielt. Mit geschätzten 100.000 Euro ist das diesjährige Budget etwas schmäler bemessen als in früheren Jahren. Auch das ist unter anderem der Pandemie geschuldet.

Seit seiner Schaffung hat sich Leibnitz zu einem Fixpunkt der österreichischen Jazzfestivalszene gemausert. Im vergangenen Jahr kauften Sender aus mindestens zwölf Ländern Konzertmitschnitte des Festivals an, darunter niemand geringerer als die „alte Tante“ BBC.

Schon jetzt sieht der künstlerische Leiter des Festivals, Otmar Klammer, Leibnitz als eine der wichtigsten Jazzfestivaldestinationen Österreichs. In den kommenden Jahren will der langjährige Festivalleiter noch höher hinaus. „Wenn wir so weiter wachsen, sind wir die praktische Alternative zu Saalfelden“, so Klammer bei der Präsentation des aktuellen Festivals am Donnerstag in Graz. Erreicht werden soll das mit einer strikten Exklusivitätspolitik und einem Programm, das stets ganz nah am Puls der Zeit ist.

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