Marie-Theres Arnbom wird neue Leiterin des Theatermuseums

  • Artikel
  • Diskussion

Die Wiener Kuratorin, Musikdramaturgin und Publizistin Marie-Theres Arnbom wird mit 1. Jänner 2022 wissenschaftliche Direktorin des Theatermuseums in Wien. Sie folgt dem mit Jahresende nach 20 Leitungs-Jahren in den Ruhestand tretenden Thomas Trabitsch nach. Das gab der KHM-Museumsverband, zu dem das im Palais Lobkowitz untergebrachte Theatermuseum gehört, am Montag bekannt.

Von den 17 „qualifizierten“ Bewerbern aus dem In- und Ausland wurden zehn (sechs Frauen und vier Männer) zu den Hearings eingeladen. „Im Hearing, dem ein internationales, öffentliches Ausschreibungsverfahren vorausging, überzeugte Marie-Theres Arnbom die Jury und mich mit einem klaren Konzept für das Theatermuseum, das insbesondere die Öffnung des Hauses für neue Besucherschichten im Fokus hat“, ließ KHM-Generaldirektorin Sabine Haag in der Aussendung wissen.

„Das Theatermuseum im Palais Lobkowitz birgt Schätze der europäischen Kulturgeschichte, die es neu zu entdecken gilt“, so Marie-Theres Arnbom in einem ersten Statement anlässlich ihrer Bestellung. Sie wolle das Haus „zu einem lebendigen und unterhaltsamen Treffpunkt der Forschung und des künstlerischen Austausches machen“.

Marie-Theres Arnbom (geb. 1968) studierte Geschichte und Musikwissenschaften an der Universität Wien. „Geschichte und Geschichten prägten mein Leben von Anfang an“, heißt es auf ihrer Homepage. „Meine zweite große Leidenschaft gehört der Musik.“ Als Ausstellungskuratorin war sie u.a. für „Dann geh‘ ich ins Maxim... Franz Lehár und seine vergessenen Librettisten“ im Stadtmuseum Bad Ischl (2018) und „Die schaffende Österreicherin. 90 Jahre Wiener Frauenkunst“ im Museum Zinkenbacher Malerkolonie St. Gilgen (2016) verantwortlich. Im Theatermuseum kuratierte sie die Ausstellungen „Welt der Operette. Glamour, Stars und Showbusiness“ (2012) sowie „Fritz Grünbaum. Grüß mich Gott!“ (2005).

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

2004 gründete sie das Kindermusikfestival St. Gilgen, 2020 holte sie das wiederbelebte Programm im Souterrain des Theaters an der Wien - dem legendären Theater und Kabarett „Die Hölle“ - in „Die Hölle am See“ an den Wolfgangsee. „Dort verbringt unserer Familie seit fast 150 Jahren die Sommerfrische, 100 Jahre davon im eigenen Haus, das zu einem Zentrum der Familie geworden ist und Platz für viele große, bunte und lustige Feste bietet“, begründet sie ihre Affinität zum Salzkammergut, die sich auch in Büchern wie „Die Villen vom Ausseerland“ (2021), „Die Villen vom Traunsee“ (2019), „Die Villen vom Attersee“ (2018) und „Die Villen von Bad Ischl“ (2017) ausdrückt. In ihrer langen Publikationsliste finden sich aber auch Titel wie „Swing tanzen verboten! Unterhaltungsmusik nach 1933 zwischen Widerstand, Propaganda und Vertreibung“, „Damals war Heimat. Die Welt des jüdischen Großbürgertums“ sowie Bücher über Annemarie Düringer und Ioan Holender.

)


Kommentieren


Schlagworte