Macron wartet auf Entgegenkommen aus London

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Nach einem Zerwürfnis der Länder im U-Boot-Streit wartet Frankreichs Präsident Emmanuel Macron darauf, dass Großbritannien mit konkreten Schritten auf ihn zukommt. Der britische Premier Boris Johnson habe in einem Gespräch zum Ausdruck gebracht, dass er die Kooperation der beiden Staaten entlang gemeinsamer Werte und Interessen erneuern wolle, teilte der Élyséepalast am Freitag mit. Konkret gehe es um Zusammenarbeit beim Klima, beim Anti-Terror-Kampf und im Indopazifik.

Macron warte nun auf Vorschläge. Die britische Regierung erklärte im Anschluss an das Telefonat der beiden, Johnson und Macron hätten „die Bedeutung der britisch-französischen Beziehungen unterstrichen und vereinbart, weiterhin eng in der ganzen Welt im Rahmen der NATO und auf bilateraler Ebene an unserer gemeinsamen Agenda zu arbeiten“.

Großbritannien, die USA und Australien hatten vergangene Woche ohne Absprache mit den Verbündeten einen Sicherheitspakt im Indopazifik ins Leben gerufen und damit eine tiefe diplomatische Krise mit Frankreich ausgelöst. Der Pakt ließ ein milliardenschweres U-Boot-Geschäft Australiens mit Frankreichs platzen, was in Paris zu wütenden Reaktionen führte. Das Verhältnis zwischen Frankreich und Großbritannien ist ohnehin angespannt. Streitigkeiten gibt es unter anderem beim Thema irreguläre Migration über den Ärmelkanal.

Johnson hatte Frankreich zuletzt dazu aufgerufen, sich in dem Konflikt zu mäßigen und ihm „eine Pause zu gönnen“. Dem Élysée zufolge bat er nun um das Gespräch mit Macron. Bereits am Mittwoch hatte Macron mit dem US-Präsidenten Joe Biden telefoniert. In einer Stellungnahme hieß es, sie wollten wieder Vertrauen aufbauen.


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