Barcelona-Coach Koeman nach Nullnummer weiter unter Druck

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Während die beiden Clubs aus der Hauptstadt als Spitzenduo in die siebente La-Liga-Runde am Wochenende gehen, herrscht beim dritten spanischen Großclub Frust. Trainer Ronald Koeman erwarten nach dem nächsten Rückschlag mit dem FC Barcelona weitere öffentliche Diskussionen um seine Zukunft. Am Donnerstag musste sich Barca gegen Cadiz mit einem 0:0 begnügen, das Wiener Talent Yusuf Demir war in der ersten Halbzeit im Einsatz.

„Für euch ist es anscheinend so: Wenn ich gewinne, mache ich weiter, wenn ich verliere, muss ein neuer Trainer gesucht werden“, sagte Koeman nach der enttäuschenden Nullnummer. Der Niederländer betonte zwar, dass es ihm nicht um seine persönliche Situation gehe. Wenn Präsident Joan Laporta und der Verein mit ihm reden wollten, gebe es dazu aber genug Gelegenheit. Vor der Partie hatte Laporta seinem Trainer Rückendeckung gegeben, aber auch bessere Leistungen eingefordert.

Barca hat aus den ersten fünf Ligaspielen der Saison nur neun Punkte geholt. Spätestens seit dem 0:3 gegen den FC Bayern zum Auftakt der Champions League spekulieren spanische Medien über eine baldige Ablösung von Koeman. Als möglicher Nachfolger wird vor allem Vereinslegende Xavi genannt.

„Das Einzige, das ich tun muss, ist mit dem Team weiterzuarbeiten. Ich habe ein sehr gutes Gefühl mit dieser Mannschaft“, sagte Koeman, der im Finish die Rote Karte sah und für zwei Spiele gesperrt wurde. Sollte die absehbare Beschwerde der Katalanen keinen Erfolg haben, müsste Koeman am Sonntag gegen Levante und am 2. Oktober gegen Meister Atletico Madrid auf der Tribüne Platz nehmen. Vorstellbar also, dass die Nullnummer von Cadiz bereits sein letztes Meisterschaftsspiel auf der Barca-Bank markiert hat. In der Champions League gastieren die Spanier am Mittwoch bei Benfica.

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Der 58-Jährige bat erneut um Geduld. „Man muss den Kader sehen, den wir haben, die Leute, die uns fehlen“, sagte Koeman und verwies auf die Verletztenliste. Sieben potenzielle Stammkräfte hätten ihm gegen Cadiz gefehlt. Demir brachte dies wieder einen Platz in der Startelf ein. Zur Pause wurde der 18-jährige Stürmer aber ausgetauscht. Die Sportzeitung „Mundo Deportivo“ bezeichnete den Auftritt des Rechtsaußen als „schüchtern“. Demir habe „wenig Risiko genommen, es bleibt die Frage offen, ob er das Niveau für Barca hat oder es an der Unerfahrenheit liegt“, schrieb das Blatt in einer Beurteilung.

Barcelona steckt tief im Umbruch, nachdem Superstar Lionel Messi zu Paris Saint-Germain gewechselt ist. Wegen der Milliarden-Schulden waren den Katalanen zuletzt auf dem Transfermarkt die Hände gebunden. Auch der Rauswurf von Koeman soll bis dato wegen einer dann fälligen hohen Abfindung nicht erfolgt sein.

Laportas Vorgänger Josep Bartomeu kaufte Koeman aus dessen Vertrag als niederländischer Nationaltrainer heraus. Barcelona hatte jedoch die fast sechs Millionen Euro Ablöse nicht. Also bezahlte Koeman gemäß Medienberichten diese selbst und unterschrieb einen Zweijahres-Vertrag. Der Haken: Sollte der Vertrag nicht um ein drittes Jahr verlängert werden, muss ihm Barcelona die sechs Millionen zurückzahlen.

Barcelona-Profi Sergi Roberto ist weiter vom Team überzeugt. „Wir haben eine Mannschaft, die um den Titel spielen kann und ich glaube nicht, dass andere Clubs bessere Mannschaften haben.“ Ähnlich äußerte sich Routinier Gerard Pique. „Ich will das Trikot Barcelonas nicht tragen, um Zweiter oder Dritter zu werden. Ich bin hier, um um Titel zu kämpfen“, sagte der Verteidiger, meinte aber auch: „Wir gehen durch eine schwere Situation, die wir nicht gewohnt sind. Jeder will gewinnen und es gibt viele Wege, um damit umzugehen. Wir können uns alle beschweren oder wir können arbeiten. Die Spieler sind hier, um zu arbeiten.“

Barcelona (9 Punkte) will nun gegen das noch sieglose Levante den ersten Schritt aus der Krise schaffen, um den Rückstand auf Tabellenführer Real Madrid (16) und Atletico (14), das beim punktlosen Schlusslicht Deportivo Alaves gastiert, nicht noch weiter anwachsen zu lassen. Real mit ÖFB-Star David Alaba will den starken Saisonstart am Samstag im Heimspiel gegen Villarreal fortsetzen. Real hat erst einmal Punkte abgegeben und in sechs Spielen beeindruckende 21 Tore, zehn mehr als das nächstbeste Team, erzielt. Das geht nicht zuletzt auf das Konto von Karim Benzema, der bei acht Toren und sieben Torvorlagen hält.


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