Wiener soll in Kroatien drei seiner Kinder getötet haben

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Ein 56-jähriger österreichischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Kroatien soll in Zagreb seine drei Kinder getötet haben. Die Polizei fand in der Nacht auf Samstag einen vierjährigen Buben und Zwillinge im Alter von sieben Jahren leblos in der Wohnung des Vaters. Der Verdächtige wurde benommen in der Wohnung angetroffen und befindet sich im Krankenhaus, berichteten kroatische Medien.

Der Wiener befindet sich nach Selbstmordversuch im stabilen Zustand auf der Intensivstation im Zagreber Krankenhaus der Barmherziger Schwestern. Er ist laut Medienberichten außer Lebensgefahr und wird von der Polizei bewacht. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sie wegen schweren Mordes ermittelt. Für die Straftat ist in Kroatien eine Haftstrafe von mindestens zehn Jahre vorgesehen.

Die Zagreber Polizei bestätigte unterdessen Medienberichte, wonach sie alarmiert wurde, nachdem der Mann auf sozialen Netzwerken Selbstmord angekündigt hatte. In der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus fand sie gegen 2.00 Uhr den 56-Jährigen in benommen und schlechtem Gesundheitszustand sowie drei leblose Kinder. Der Rettungsdienst bestätigte den gewaltsamen Tod der Kinder. Der Mann sei in ein Krankenhaus gebracht worden, hieß es vonseiten Polizei. Laut Medienberichten wurde der jüngere Bub im Schlafzimmer im Bett gefunden worden, die Zwillinge waren im Wohnzimmer.

Kroatische Medien haben auf ihren Internetseiten weitere Details veröffentlicht, darunter auch den Abschiedsbrief. „Auf Wiedersehen, alle zusammen. Ich werde gehen, weil ich nicht mehr kann“, schrieb er auf Englisch und erwähnte finanzielle Probleme sowie eine kürzlich beendete Beziehung. „Alles was ich in den letzten eineinhalb Jahren versucht habe, hat mich nicht zurück zur Arbeit gebracht“, betonte er weiter und schrieb, dass nicht einmal seine „Freimaurer-Brüder“ ihm helfen wollten.

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Der Mann, der in Zagreb lebt und arbeitet, betrieb in Kroatien ein Unternehmen, das laut der Tageszeitung „Jutarnji List“ im Juli 2020 gegründet worden war. Er schien auch in weiteren, aber nicht mehr aktiven kroatische Unternehmen auf, und war demnach seit 2007 in dem Land beruflich tätig, betrieb aber auch eine Firma in Wien.

Der Mann war von der Mutter der gemeinsamen Kinder geschieden, die Geschwister hatten das Wochenende bei ihrem Vater verbracht. Die Mutter, die Berichten zufolge während der Tat nicht in Zagreb war, soll Samstagmorgen im Krankenhaus in Dubrovnik die Nothilfe aufgesucht haben. Die Familie war der Polizei bisher nicht wegen etwaiger Delikte aufgefallen, berichtete „Index“.

Das Außenministerium konnte die Tat zunächst noch nicht bestätigen. Die österreichische Botschaft habe aber mit den kroatischen Behörden Kontakt aufgenommen, wie es auf APA-Anfrage hieß.


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