Nach Abschiebung von Migranten aus Haiti öffnen USA Grenze

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Nach der Räumung des provisorischen Migrantenlagers in der texanischen Grenzstadt Del Rio haben die USA den Grenzübergang zu Mexiko wieder geöffnet. Das teilte die US-Grenzschutzbehörde am Samstag (Ortszeit) mit. In Del Rio hatten fast 15.000 Haitianer unter einer Brücke kampiert in der Hoffnung, einen Weg in die USA zu finden. Die USA hatten aber den Grenzübergang geschlossen und Tausende Haitianer per Flugzeug nach Port-au-Prince abgeschoben.

Tausende weitere zogen sich nach Mexiko zurück. Viele der Haitianer hatten zuvor jahrelang nicht in Haiti, sondern im Exil in Lateinamerika gelebt.

Auf Empörung stieß in den USA, dass US-Grenzschützer zu Pferde haitianische Migranten am Grenzfluss auf aggressive Weise zurücktrieben. US-Präsident Joe Biden nannte den Einsatz skandalös und kündigte Konsequenzen an. Der haitianische Premierminister Ariel Henry mahnte in einer Videobotschaft an die UN-Vollversammlung die Wahrung der Rechte der Migranten an. „Väter und Mütter werden immer versuchen, ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen“, sagte er am Samstag. „Es wird immer Migration geben, solange Menschen in ihren Ländern keine Chance auf ein besseres Leben sehen.“

Haiti steckt in einer schweren Krise. Teile des armen Karibikstaats werden von bewaffneten Banden kontrolliert. Anfang Juli wurde Präsident Jovenel Moïse ermordet; die Hintergründe sind unklar. Zudem wird Haiti immer wieder von Naturkatastrophen getroffen. So kamen bei einem Erdbeben Mitte August mehr als 2.200 Menschen ums Leben und 50.000 Häuser wurden zerstört. Hilfslieferungen und Einsatzkräfte gelangten nur langsam in die abgelegene Region im Südwesten des Landes.

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Brasilien sagte zu, die Aufnahme von Menschen aus Haiti unter bestimmten Voraussetzungen zu prüfen. Nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 waren Tausende Haitianer in das damals boomende Brasilien gezogen. Diskriminierung und die Folgen der Corona-Pandemie hatten sie nun nach Medienberichten Richtung Norden ziehen lassen. Für viele von ihnen dürfte es allerdings schwierig sein nachzuweisen, dass sie aus Brasilien kommen, weil sie dort ohne Papiere gelebt hatten.


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