Wels bleibt blau, Luger muss wohl in Stichwahl

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Die Gemeinderatswahlen in Oberösterreich haben den im Land abgestürzten Freiheitlichen einen Prestigeerfolg gebracht. Sie verteidigten den in der zweitgrößten Stadt Wels vor sechs Jahren eroberten Bürgermeister-Sessel schon im ersten Wahlgang. Amtsinhaber Andreas Rabl holte sich bei der Direktwahl 60 Prozent und erspart sich die Stichwahl. Dagegen muss in Linz Bürgermeister Klaus Luger wohl in die Ehrenrunde.

Laut einer vom ORF in der „ZiB2“ veröffentlichten Hochrechnung liegt Luger bei 44 Prozent. Im Gemeinderat legt seine SPÖ zu, während die Freiheitlichen abstürzen. Die neue impfskeptische Gruppe MFG dürfte es in den Gemeinderat schaffen.

Wels ist dagegen weiter blau. Das Bürgermeisteramt gehört weiter Rabl und auch bei der Gemeinderatswahl bleiben die Freiheitlichen mit Gewinnen vorne. Die einstmals dominante SPÖ stürzte weiter ab.

Weniger gut ging es dem freiheitlichen Landesrat Wolfgang Klinger, dessen Regierungssitz im Land zu allem Überdruss wackelt. Er war zwar klar stärkster in Gaspoltshofen, muss aber als Amtsinhaber gegen einen ÖVP-Kandidaten in die Stichwahl.

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Ein wegen Vergewaltigung angeklagter ÖVP-Bürgermeister hat indes in seiner Gemeinde ebenfalls auf Anhieb die Wiederwahl geschafft. Er bekam mehr als 50 Prozent und muss nicht in die Stichwahl. Allerdings musste er Verluste hinnehmen, 2015 hatte er mehr als zwei Drittel der Stimmen erhalten.

Der Politiker soll eine ehemalige Mitarbeiterin mehrfach vergewaltigt, sexuell belästigt und verleumdet haben. Er leugnet alle Vorwürfe, sein Prozess wird am 4. Oktober fortgesetzt, dann ist auch ein Urteil zu erwarten. Die Landespartei hatte ihn nicht mehr aufgestellt.

In Steyregg, wo sich die Identitäre Bewegung angesiedelt hat, ist die „Steyregger Bürgerinitiative für Umwelt und Stadtleben“ stärkste Kraft im Gemeinderat geblieben. Mit 40,43 Prozent toppte sie das Ergebnis von 2015 um 8,3 Prozentpunkte.

In der als oberösterreichisches Impf-Schlusslicht geltenden Gemeinde Auerbach im Bezirk Braunau hat die impfkritische Liste MFG den Freiheitlichen ordentlich zugesetzt. Während MFG auf Anhieb auf Platz drei landete, verdrängte die ÖVP die FPÖ vom ersten Platz. In Auerbach waren zuletzt nur 34 Prozent der knapp 700 Einwohner immunisiert. 13,13 Prozent entschieden sich am Sonntag für MFG.

Die Impfskeptiker-Liste reüssierte aber nicht nur dort. In der Corona-Problemzone Innviertel wurden in mehreren Gemeinden Erfolge erzielt. Ein Beispiel: In Franking im Bezirk Braunau kam man auf 22,7 Prozent.

Noch keine Ergebnisse lagen vorerst aus Steyr vor. Dort versucht die SPÖ, Platz eins mit dem neuen Bürgermeisterkandidaten Markus Vogl zu verteidigen. Trends deuteten in die Richtung, dass dies gelingen könnte.


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