Britische Konservative beginnen Parteitag in Manchester

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Die britischen Konservativen von Premierminister Boris Johnson starten an diesem Sonntag in ihren viertägigen Parteitag. Im Mittelpunkt der Konferenz in Manchester soll der wirtschaftliche Wiederaufschwung nach der Corona-Pandemie stehen. Es ist zudem die erste physische Konferenz seit dem überwältigenden Wahlsieg der Tories bei der Parlamentswahl im Dezember 2019. Höhepunkt ist die für Mittwoch zum Abschluss erwartete Rede von Partei- und Regierungschef Johnson.

Überschattet wird das Treffen jedoch von der anhaltenden Treibstoffkrise in Großbritannien. Auch am Wochenende saßen viele Tankstellen im Land auf dem Trockenen. Während es nach Angaben des Tankstellen-Verbands in Schottland und im Norden Englands Zeichen für eine Entspannung gab, verschärfte sich das Problem in London und dem Südosten des Landes sogar noch.

Hintergrund der Engpässe ist ein Mangel an Lastwagenfahrern. Dadurch bleiben beispielsweise auch in Supermärkten Regale leer. Die Regierung will - abgesehen von befristeten Visumerleichterungen - ihre nach dem Brexit verschärften Einreiseregeln für Arbeitnehmer aus der EU aber trotzdem nicht lockern. „Was wir nicht wollen, ist zurückzukehren zu einer Situation, in der die Logistikbranche sich auf eine Menge Einwanderung günstiger Arbeitskräfte stützt, was zur Folge hat, dass die Gehälter nicht steigen und die Qualität der Arbeitsplätze nicht zunimmt“, sagte Johnson am Samstag. Die britische Wirtschaft müsse ihre Abhängigkeit von schlecht bezahlten ausländischen Arbeitskräften beenden, um eine „gut bezahlte, gut ausgebildete, hochproduktive Volkswirtschaft“ zu werden.

Ebenfalls für schlechte Stimmung könnte die von Johnson kürzlich durchgesetzte Erhöhung der Sozialabgaben zur Finanzierung des Gesundheitssystems und einer Pflegereform sorgen. Hinzu kommen stark gestiegene Energiepreise, die die Lebenshaltungskosten in Großbritannien nach oben treiben.


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