Mahnmal auf Flughafen Wien ist Arik Brauers Vermächtnis

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Auf dem Flughafen Wien in Schwechat ist am Donnerstag das Mahnmal „Niemals vergessen“ für die Opfer der zwei dortigen Außenlager des KZ Mauthausen enthüllt worden. Das Werk wurde vom Airport beauftragt und ist die letzte große Arbeit des im Jänner verstorbenen Arik Brauer. Es befindet sich auf der Abflugebene vor dem Terminal 3.

Die Außenlager des KZ Mauthausen auf dem Heidfeld, dem Areal des heutigen Flughafens, hatte in den Jahren 1943 bis 1945 bestanden. Tausende Menschen mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten, viele fanden hier den Tod, erinnerten die Airport-Vorstandsdirektoren Günther Ofner und Julian Jäger am Donnerstag. Der Enthüllung des Mahnmals wohnten u.a. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP), der Bürgermeister der Stadt Wien, Michael Ludwig (SPÖ), sowie IKG-Präsident Oskar Deutsch bei. Timna und Jasmin Brauer, Tochter und Enkelin des verstorbenen Künstlers, sorgten mit dem Lied „Mir lebn ejbig“ („Wir leben ewig“) für die musikalische Umrahmung.

Die Vergangenheit des Airport-Standortes in Schwechat wurde vom Flughafen-Historiker Rainer Stepan und vom Mauthausen-Komitee aufgearbeitet, erinnerte Ofner. Nachdem die Heinkel-Flugzeugwerke von Rostock ins Heidfeld verlegt worden waren, schufteten von 1943 bis 1945 hier 2.656 KZ-Häftlinge, 3.170 ausländische Zwangsarbeiter, 900 Kriegsgefangene sowie 5.500 inländische Arbeiter - zwölfeinhalb Stunden täglich, sieben Tage die Woche - und erhielten meist nur eine Mahlzeit pro Tag.

Das Mahnmal sei „das beste Vermächtnis“, das Arik Brauer hinterlassen konnte, betonte Ofner. Der Platz vor dem Terminal 3 sei „der prominenteste, den wir finden konnten“, ergänzte Jäger.

Viele wüssten gar nicht, dass sich auf dem heutigen Flughafen-Areal zwei Außenlager des KZ Mauthausen befunden hatten, sagte Mikl-Leitner. Arik Brauer bezeichnete die Landeshauptfrau als „positiv, agil und vital bis ins hohe Alter“. Der Künstler habe seinen Kopf nie „in den Sand gesteckt“, erinnerte Bürgermeister Ludwig auch an ein Lied („Köpferl im Sand“) des im Jänner Verstorbenen. Er rief zudem dazu auf, gegen jede Form des Rassismus und Antisemitismus aufzutreten.

Es gehe um eine Gesellschaft, „die nicht wegschaut“, mahnte der Nationalratspräsident. Mit Arik Brauer verbinde er auch Bilder und Lieder, fügte Sobotka hinzu. IKG-Präsident Deutsch bezeichnete es als „wunderbar, dass es das Mahnmal gibt“. Die Enthüllung auf dem Flughafen Wien nützte er auch zu einem Appell: Der Antisemitismus steige, daher sei die gesamte Zivilgesellschaft aufgerufen, dagegen anzukämpfen.

Mit seinem letzten großen Werk hat Arik Brauer eine Skulptur geschaffen, die einen KZ-Häftling zeigt, der einen verbogenen Propeller auf seinen Schultern trägt. Es handelt sich dabei um ein beschädigtes Originalteil vom Flugzeugtyp Heinkel. Das Mahnmal steht eingerahmt zwischen zwei gemauerten Portalen, die jenen im Eingangsbereich des KZ Mauthausen nachempfunden sind.


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