ÖFB-Team landet glanzlosen 2:0-Pflichtsieg auf Färöer

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Österreichs Fußball-Nationalteam hat den geforderten Pflichtsieg auf den Färöern eingefahren. Die ÖFB-Auswahl setzte sich am Samstagabend in Torshavn nach wackeliger Anfangsphase letztlich noch sicher mit 2:0 (1:0) durch. Die Tore erzielten Konrad Laimer (26.) und Marcel Sabitzer (48.). Die Österreicher zogen in WM-Quali-Gruppe F damit nach Punkten mit dem Tabellendritten Israel gleich. Der Rückstand auf die zweitplatzierten Schotten beträgt aber weiterhin vier Zähler.

Das ÖFB-Team fuhr seinen dritten Sieg in der laufenden Quali ein, den zweiten gegen die Färinger. Neben den Inselkickern hat die Mannschaft des angezählten Teamchefs Franco Foda bisher nur in der Republik Moldau (2:0) gewonnen. Die wirkliche Nagelprobe steht am Dienstag (20.45 Uhr/live ORF 1) mit einem Auswärtsspiel beim überlegenen Tabellenführer und EM-Semifinalisten Dänemark auf dem Programm.

Foda machte auf den Färöern bei insgesamt elf Ausfällen seine Ankündigung wahr und setzte auf einen nachnominierten Akteur in der Startformation: Rapids Ercan Kara stürmte in Abwesenheit von Marko Arnautovic und Sasa Kalajdzic in seinem fünften Länderspiel erstmals von Beginn an. An den Flügeln wurde er von Karim Onisiwo und Florian Kainz unterstützt, im Mittelfeld-Zentrum agierten Laimer, Florian Grillitsch und Sabitzer.

Österreichs Defensive - die Viererkette bildeten Christopher Trimmel, Stefan Ilsanker, Martin Hinteregger und Kapitän David Alaba - hatte von Beginn an mehr zu tun, als ihr lieb war. Die Hausherren starteten vor 3.000 Zuschauern gefällig, waren nach zweiten Bällen auf dem Kunstrasen sogar gefährlicher. Rene Shaki Joensen schoss aus guter Position zentral aufs Tor. ÖFB-Keeper Daniel Bachmann ließ das Spielgerät nach vorne abprallen, vereitelte aber auch den Nachschuss von Joan Simun Edmundsson (8.).

Die ÖFB-Auswahl verlor bei langen Bällen der Färöer fast alle Kopfballduelle. Bachmann musste bei einer Topchance von Edmundsson per Fußabwehr retten (21.). Das Tor machten aber die Österreicher: Laimer bediente Kara mit einem Pass in die Tiefe. Der Startelf-Debütant legte überlegt quer und fand Laimer, der aus vollem Lauf mit der Innenseite abschloss. Die Foda-Elf hatte zwar mehr vom Spiel, die Führung war zu diesem Zeitpunkt dennoch schmeichelhaft.

Einer der wenigen Lichtblicke war Kara. Der 25-Jährige, vor zwei Jahren noch in der 2. Liga beim SV Horn beschäftigt, sorgte im Sturmzentrum für viel Betrieb. Der Angreifer klopfte nach seinem Assist auch mit dem Kopf noch einmal an (31.), die zweite ÖFB-Großchance vor der Pause ließ er aber aus: Onisiwo hatte Kara gut eingesetzt, dieser brachte den Ball aber nicht an Färöer-Keeper Teitur Gestsson vorbei (45.+2).

Nach Seitenwechsel hatten die Österreicher mehr Glück: Ein abgefälschter Schuss von Sabitzer aus knapp 20 Metern landete via Innenstange im Tor. Für den Bayern-München-Legionär war es im 55. Länderspiel der neunte Treffer. Die Österreicher hatten die Partie fortan im Griff. Einen weiteren abgefälschten Versuch von Kainz parierte Gestsson (54.), Kara traf aus der Drehung sehenswert die Latte (57.).

Eine Viertelstunde vor Schluss verhalf Foda Mittelfeldmann Dejan Ljubibic zu seinem Länderspiel-Debüt. Mit dem ebenfalls eingewechselten Louis Schaub und Kainz standen drei Kicker des 1. FC Köln auf dem Platz. Beinahe hätte Ljubicic seine Premiere sogar mit einem Tor gekrönt. Einen Schuss des 24-Jährigen drehte der Färöer-Keeper über die Latte (85.). Bei den Färingern kam in den Schlussminuten Österreich-Legionär John Frederiksen vom Zweitligisten SKU Amstetten ins Spiel. Foda schickte nach Stefan Posch (64.) auch noch Michael Gregoritsch und Barcelona-Youngster Yusuf Demir auf den Platz (beide 88.).

Die Geister der Vergangenheit wurden vertrieben. Im vierten Auswärtsspiel der ÖFB-Geschichte gegen die Färöer gelang der zweite Sieg in Folge nach 2013 (3:0). 1990 mit einem blamablen 0:1 in Landskrona und 2008 mit einem 1:1 in Torshavn hatten die favorisierten Österreicher jeweils Punkte abgegeben.


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