Zerstörungen durch Lava auf La Palma halten an

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Drei Wochen nach dem Ausbruch des Vulkans auf La Palma kommen die Bewohner der Kanareninsel nicht zur Ruhe. Ein neuer Lavastrom, der sich am Samstag gebildet hatte, richtete am Wochenende weitere Zerstörungen an. Das Vulkanologische Institut der Kanaren (Involcan) sprach von „enormen Zerstörungen“. Menschen seien aber nicht in Gefahr. Allein am Sonntag flossen riesige Blöcke flüssiger Lava einen Hügel hinunter.

Nach Angaben des Spanischen Instituts für Geologie und Bergbau war die Magma dabei so hoch wie ein dreigeschossiges Gebäude. Behörden registrierten im Laufe des Tages 21 kleinere Erdstöße bis zu einer Stärke von 3,8. Unter anderem in den Dörfern Mazo, Fuencaliente und El Paso zitterte die Erde.

Außerdem flog die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles heute auf die Atlantik-Insel vor der Westküste Afrikas, um sich ein Bild von der Lage zu machen und bei den Einsatzkräften der Militärischen Nothilfeeinheit zu bedanken. Experten schätzen, dass der Vulkan noch lange aktiv bleiben werde.

Am Samstag war die Nordflanke des Vulkankegels im Gebirgszug Cumbre Vieja eingestürzt. Die gut 1.000 Grad heiße Masse trat aus und zog bisher verschonte Flächen in Mitleidenschaft. Da die betroffene Region schon zuvor evakuiert worden sei, habe niemand zusätzlich in Sicherheit gebracht werden müssen, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf die Behörden. Der Vulkan schleuderte eine Aschewolke bis in eine Höhe von 3,5 Kilometern. Immer wieder erschüttern auch kleine bis mittlere Erdbeben den Süden der Insel, das heftigste Beben hatte eine Stärke von 4,1.

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Die Schäden durch den Vulkanausbruch auf der kleinen Insel werden unterdessen immer größer. Seit der Vulkan im Süden La Palmas am 19. September erstmals nach 50 Jahren wieder aktiv wurde, hat die Lava schon mehr als 1.200 Gebäude zerstört. Knapp 500 Hektar waren am Sonntag bereits von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Diese Fläche entspricht ungefähr 700 Fußballfeldern. Rund 6.000 Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, waren weiter in Hotels oder bei Angehörigen untergebracht. Viele von ihnen werden nie mehr in ihre Häuser und Ortschaften zurückkehren können.

Schwer betroffen ist vor allem der für die Insel immens wichtige Bananenanbau, von dem etwa die Hälfte der etwa 85.000 Einwohnern direkt oder indirekt lebt und der sich schon vor dem Vulkanausbruch in der Krise befand. Auch der Tourismussektor beklagt Verluste.

Eine Tierschutzorganisation erneuerte unterdessen ihren Hilfeaufruf für eine Katze, die offenbar in einem leeren, rundum von Lava umgebenen Wasserbassin eingeschlossen ist. Es sei auf Videoaufnahmen einer Drohne zu sehen, wie die Katze in dem Bassin herumrenne, hatte der Radiosender Cadena Ser am Freitag unter Berufung auf die Organisation Leales berichtet. Man warte weiter darauf, dass die Katze möglichst aus der Luft mit Hilfe einer Drohne mit Nahrung versorgt werde, bis sich der Vulkan wieder beruhigt habe, schrieb Leales auf Twitter. Ob das möglich sein würde, war zunächst unklar.


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