Zahl der Alpinunfälle im Sommer zurückgegangen

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In Österreich sind im heurigen Sommer rund 200 Menschen weniger verunfallt als im Vorjahr. Insgesamt waren 3.864 Menschen in einen Alpinunfall verwickelt, teilte das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) am Montag mit. Für 143 Menschen endete ein solcher Unfall tödlich - im Zehnjahresmittel waren es 144 Menschen. Besonders Männer waren betroffen: 122 Männer und 21 Frauen verloren zwischen Mai und Oktober in den Bergen ihr Leben.

Insgesamt wird laut Alpinpolizei - trotz des heurigen Rückgangs im Sommer - ein genereller Anstieg an Alpinunfällen verzeichnet. Im Schnitt ereigneten sich in den vergangenen zehn Jahren im Sommer 3.135 Alpinunfälle. Das Kuratorium führte dies auf die „Popularität des Bergsports“ zurück. Die Bergrettungskräfte seien daher mit einer „zunehmenden Zahl an Einsätzen konfrontiert“.

Mit einem Anteil von 36 Prozent (51 Menschen) ist Tirol bei den Alpinunfällen mit Todesfolge besonders stark betroffen, gefolgt vom Bundesland Salzburg mit 23 Toten und der Steiermark mit 22. Die meisten Unfälle passierten im Juli und August, pro Woche verunfallten in diesen Monaten circa 200 bis 250 Menschen.

Bei den tödlichen Unfällen seien häufige Ursachen „Selbstüberschätzung oder Erschöpfung, mangelnde Tourenvorbereitung oder einfach Unwissenheit“, heiß es. Am öftesten geschehen diese beim Wandern und Bergsteigen. 71 tödliche Unfälle wurden verzeichnet - insgesamt verunfallten mehr als 1.950 Menschen bei diesen Disziplinen. Wobei das ÖKAS auswertete, dass 40 Prozent der Wanderer unverletzt einen Notruf absetzen. In 38 Prozent der tödlichen Unfälle wurde ein „interner Notfall, das sind 27 Tote durch Herz-Kreislaufversagen“ festgestellt.

„Die körperliche Grundfitness und das Eigenkönnen müssen realistisch eingeschätzt und die Wettervorhersage ernst genommen werden“, warnte Stefan Hochstaffl, Präsident des österreichischen Bergrettungsdienstes. Besonders jetzt im Herbst mit den sinkenden Temperaturen gelte es, dies zu beachten: „Jetzt im Herbst werden die Tage rasant kürzer“.

In der Statistik wurden auch 891 verunfallte Mountainbiker erfasst, wobei 14 Menschen verstarben. Im Zehnjahresmittel liegt die Zahl mit durchschnittlich sechs Toten deutlich niedriger. Meist wurden die Todesfälle beim Mountainbiken von Herz-Kreislaufproblemen verursacht, der Altersdurchschnitt lag hier bei 61 Jahren. Die meisten Radfahrer (86 Prozent) verletzten sich durch einen Sturz - quer durch alle Altersklassen. Peter Paal, ÖKAS-Präsident, machte auf die Herausforderungen beim E-Biken aufmerksam: „Für E-Biker gilt, dass sie aufgrund des hohen Gewichts des Rads besonders bei der Abfahrt aufpassen müssen. Die Unfallgefahr ist durch die reduzierte Kontrolle des schweren Geräts hoch“, warnte Paal.


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