Parteitag der SPÖ Vorarlberg: Sprickler-Falschlunger wählbar

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Ex-Parteichefin Gabriele Sprickler-Falschlung (65) darf sich beim 44. ordentlichen Parteitag der Vorarlberger SPÖ am Samstag in Hohenems zur Wahl der Parteivorsitzenden stellen. Das hat eine entsprechende Abstimmung unter den Delegierten beim Parteitag ergeben. Sprickler-Falschlunger erhielt die Stimmen von 140 der 162 stimmberechtigten Delegierten, erforderlich war für sie war eine Zweidrittelmehrheit.

In weiterer Folge wurde die Wahl des neuen Landesparteivorsitzenden in Angriff genommen. Robert Bedjanic zog angesichts des Antretens von Sprickler-Falschlunger seine Kandidatur zurück. Die vorerst verbliebenen Kandidaten - Klubobmann Thomas Hopfner, Angelika Mayr, Alp Sanlialp sowie eben Sprickler-Falschlunger - hatten nun jeweils 15 Minuten Zeit, um sich und ihre Vorstellungen zu präsentieren. Es deutete vieles auf eine Kampfabstimmung zwischen Hopfner, der seine Kandidatur aufrecht hielt, und Sprickler-Falschlunger hin.

Am Vormittag hatten mehrere - auch prominente - Parteimitglieder ihre Enttäuschung über die Vorkommnisse in der Partei in den vergangenen Wochen geäußert. Mario Leiter (Bludenz) und Gebhard Greber (Dornbirn) mahnten zu Einigkeit. Leiter sprach sich allerdings auch für eine Trennung zwischen den Funktionen „Klubchef“ und „Parteichef“ aus - was eine Wahlempfehlung für Sprickler-Falschlunger war.

Auch Noch-Parteichef Martin Staudinger hatte Geschlossenheit in der Partei als das „Um und Auf“ bezeichnet. In letzter Zeit habe man der Öffentlichkeit „das Gefühl vermittelt, dass es nicht gut läuft, gelinde gesagt“.

In den vergangenen Wochen und Monaten war es in der SPÖ Vorarlberg zu schweren Zerwürfnissen gekommen, die in der sogenannten „Abhöraffäre“ gipfelten. Ein telefonischer Streit Hopfners mit dem Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch - dem SPÖ-Chef zwischen 2007 und 2016 - soll ohne dessen Wissen von einer weiteren Person aufgezeichnet oder mitgefilmt worden sein, möglicherweise auch weitergeleitet. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen.

In einer Videobotschaft aus Wien sprach Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner von „politisch turbulenten Zeiten“. Sebastian Kurz (ÖVP) habe die Regierung und das Land in eine schwere Krise geführt. Die Regierungsumbildung nannte sie eine Farce, Kurz werde als Schattenkanzler weiter die Fäden ziehen. „Die Koalition wird nicht mehr lange halten“, sagte die SPÖ-Chefin voraus. Österreich habe Besseres verdient als schwere Korruptionsvorwürfe, auf die SPÖ sei Verlass: „Wir sind die Antwort!“ An die SPÖ Vorarlberg gerichtet stellte sie fest: „Ich bin überzeugt, dass ihr die richtige Entscheidung trefft.“


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