Prozess nach rassistischem Angriff auf Farbigen

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Mit einer rassistischen Attacke auf einen Farbigen in Wien-Landstraße hat sich am Donnerstag ein Schwurgericht am Landesgericht beschäftigt. Der aus dem Kongo stammende Mann war im Oktober 2019 an einer Straßenbahnhaltestelle zunächst aufs Heftigste beschimpft worden. Dann bekam er einen Kopfstoß versetzt und Tritte verabreicht, ehe Passanten eingriffen. Der Täter schrie obendrein „Ich bin für Hitler, der hätte euch alle umgebracht“ und reckte den rechten Arm zum Hitlergruß.

Nicht nur deshalb musste sich der 38-Jährige wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung vor Geschworenen verantworten. Er trägt auch seine Gesinnung offen zur Schau - auf der rechten Wange hat er sich ein Hakenkreuz tätowieren lassen, auf der linken Wange eine SS-Rune und auf der Stirn die Ziffernkombination „88“, die für „Heil Hitler“ steht. Seine Tattoos hatte der vierfach Vorbestrafte zur Gerichtsverhandlung abgedeckt.

Der Angeklagte hinterließ einen befremdlichen Eindruck. Als sich der vorsitzende Richter zu Beginn nach seinem Befinden erkundigte, erwiderte er: „Danke, gut. Und selbst?“ Danach behauptete er, sich an die inkriminierten Tätlichkeiten nicht mehr erinnern zu können. Er lasse sich jedenfalls „nicht fälschlicherweise hier demütigen“, gab er zu Protokoll.

„Er bekennt sich schuldig. Er anerkennt die Zeugenaussagen“, sprang ihm schließlich sein Verteidiger bei. Sein Mandant habe „es anders in Erinnerung“, es sei ihm damals nicht gut gegangen. Weil er gegen Auflagen verstoßen hatte, war der 38-Jährige kurz zuvor aus einer Einrichtung entlassen worden, in der Drogenabhängige behandelt werden. Der Angeklagte sei „ausgetickert“, sagte der Verteidiger.

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Das Opfer des Übergriffs gab sich als Zeuge versöhnlich: „Ich habe ihm verziehen“, bemerkte der 37-Jährige. Und weiter: „Ich möchte nicht, dass er noch eine auf den Deckel bekommt.“ Daher wollte der Mann zunächst gar nicht aussagen und war erst unter Androhung einer Beugestrafe vom Vorsitzenden dazu zu bewegen, seiner Zeugenpflicht nachzukommen.

„Ich hab‘ mich gefürchtet, ich hab‘ keine Angst gehabt“, stellte der Mann schließlich fest. Er sei davon ausgegangen, dass der Angreifer „unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen war“. „Die Sache ist für mich Schnee von gestern“, erklärte der Zeuge abschließend, worauf sich der Angeklagte erhob, ihm die Hand schüttelte und sein Gegenüber umarmte.


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