ÖTV-Präsidium sieht sich in drei Eckpunkten auf gutem Weg

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Das aktuelle Präsidium von Österreichs Tennisverband (ÖTV) blickt auf das erste Jahr seiner Tätigkeit zurück. Präsident Magnus Brunner, Geschäftsführer Thomas Schweda und Sportdirektor Jürgen Melzer zogen am Donnerstag im Rahmen des Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle eine Zwischenbilanz. Demnach sieht sich der ÖTV auf einem guten Weg. Eckpunkte der Arbeit seien eine Kräfte-Bündelung, das Stärken der Turnierlandschaft und die Hebung der öffentlichen Bedeutung von Tennis.

Man habe Akademien, Turnierveranstaltern, Trainern, Spielern und Persönlichkeiten im heimischen Tennissport die Zusammenarbeit angeboten, machte Brunner das gemeinsame Ziehen an einem Strang deutlich. „Dass jeder sein eigenes Süppchen kocht, muss der Vergangenheit angehören“, sagte der 49-jährige. „Wir haben das Angebot gemacht, zu kooperieren.“ Melzer wurde zum ÖTV-Bindeglied, bei seiner Österreich-Rundreise „Jürgen on tour“ machte er sich ein Bild vom Status quo.

„Für mich war da wichtig, ein Trainer-Team in unserem Stützpunkt in der Südstadt zu installieren, das sich international sehen lässt“, umriss Melzer die Zielrichtung. Mit Philipp Wessely habe man einen Konditionstrainer mit viel Erfahrung u.a. als Betreuer des 2020-Wien-Siegers Andrej Rublew engagiert. Zum anderen sei es ein Anliegen gewesen, eine „Mädchen-Gruppe in der Südstadt zu installieren“ und zu fördern. Die Kluft hinter Barbara Haas und Julia Grabher soll so sukzessive geschlossen werden.

In der Stärkung der Turnierlandschaft sei Melzers Wunsch ein Challenger gewesen, mit Tulln und Anif seien es nun deren zwei. 2022 kommt noch einer in Mauthausen dazu. „Wir haben in diesem Segment Burschen, die da mithalten können und genau solche Turniere brauchen. Damit sie Erfahrung sammeln, wie geht es da zu, wie muss ich mich entwickeln“, erklärte der 40-Jährige, dessen aktive Karriere am Mittwoch zum Doppel-Auftakt des Erste Bank Open endgültig zu Ende ging.

In weiterer Folge müsse es ein Ziel sein, bei den Junioren-Grand-Slamturnieren wieder verstärkt vertreten zu sein. Melzer: „Mich würde es freuen, wenn wir am Ende meiner ersten Amtszeit (3 Jahre, Anm.) wieder mitspielen können bei den Jugend-Grand-Slams - damit meine ich, breiter aufgestellt zu sein, mit mehreren im Hauptbewerb dabei zu sein.“

Brunner führte auch den Davis Cup Ende November in Innsbruck als wichtigen Punkt auf dem Veranstaltungssektor an. Da habe man die Kräfte ebenso gebündelt und den Event gegen starke Konkurrenz wie München und London mit einem Budget von 5 Mio. Euro an Land gezogen. Brunner: „Die Bedeutung des Davis Cups ist nicht hoch genug einzuschätzen.“ Schweda berichtete von aktuell 3.500 verkauften Karten für die Österreich-Spiele, die Olympia-Halle wird rund 7.000 Plätze fassen.

Der dritte Kernpunkt für den Verband, die Bedeutung der öffentlichen Wahrnehmung des Tennissports, war vor rund zwei Wochen mit den Ergebnissen einer Studie präsentiert worden. Demnach spielen mehr als 400.000 Österreicherinnen und Österreicher Tennis, 180.000 Personen sind Mitglieder in ÖTV-Vereinen. Mehr als 75.000 Menschen bestreiten Meisterschaften, 2.500 davon spielen um Preisgeld. Tennis bringe der Studie zufolge Österreich eine Wertschöpfung von 680 Millionen Euro.

In der politisch gewordenen Debatte rund um den Impfstatus von Dominic Thiem gefalle es Melzer nicht, dass Österreichs Nummer eins da als Einzelperson herausgepickt worden sei. Brunner, ÖVP-Staatssekretär im Infrastruktur-Ministerium, meinte, dass es jedem selbst überlassen sei, ob man sich impfen lasse. „Persönlich sage ich, ja, es soll sich bitte jeder Österreicher und jede Österreicherin impfen lassen. Daher ist auch mein Wunsch, dass sich alle Sportlerinnen und Sportler impfen lassen.“


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