Nervenaufreibende Champions-League-Generalprobe für Salzburg

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Für Tabellenführer Red Bull Salzburg ist das Gastspiel am Samstag in Ried in der Fußball-Bundesliga mühevoller gewesen als erwartet. Der hohe Favorit wurde im Innviertel stark gefordert und kam gegen tapfer kämpfende Rieder nicht über ein 2:2 hinaus. Mit einem vergebenen Salzburger Elfmeter, späten Treffern zur „Bullen“-Führung und dem Rieder Last-Minute-Ausgleich bekamen die Fans in der Josko-Arena eine nervenaufreibende Partie geboten.

„Die Freude kommt so langsam, wir haben gegen eine Wahnsinnsmannschaft einen Punkt geholt“, bilanzierte Rieds Tormann Samuel Sahin-Radlinger emotional gezeichnet von der Partie. Sahin-Radlinger verursachte und hielt den Elfmeter von Rasmus Kristensen beim Stand von 1:0 und machte beim 1:1 wenig später keine glückliche Figur. „Den Treffer kann ich halten“, gestand Sahin-Radlinger und trauerte gar ein wenig dem möglichen Sieg nach.

„Eine gemischte Gefühlslage“ gab es auch bei Salzburgs Trainer Matthias Jaissle nach Schlusspfiff. „Wir haben gegen einen tiefstehenden Gegner viele Chancen herausgespielt und das Spiel gedreht. Wir waren schon auf der Siegerstraße, und dann kam die zweite Standardsituation und wir haben den Sieg verloren“, meinte Jaissle. Der Deutsche wollte sich das Unentschieden aber nicht als gefühlte Niederlage verkaufen lassen und strich die Serie von nun 21 ungeschlagenen Spielen in Serie hervor.

Auch Salzburgs Kapitän Andreas Ulmer ärgerte sich über den späten Ausgleich: „Wir haben den Gegner kontrolliert, aber es ist bitter, dass wir in der letzten Aktion den Ausgleich kassiert haben.“ Der Blick war nach Schlusspfiff laut Coach Jaissle aber bald auf Dienstag gerichtet, wenn das Champions-League-Spiel in Wolfsburg ansteht. Die Deutschen kehrten unter ihrem neuen Trainer Florian Kohfeldt am Samstag mit einem 2:0 bei Bayer Leverkusen auf die Siegerstraße zurück. Die Bedeutung der Partie am Dienstag zeigte sich in Ried aber nur durch die frühe Auswechslung von Salzburgs Star-Stürmer Karim Adeyemi nach einer Stunde. Ansonsten war von Kräfte schonen auf Salzburger Seite nichts zu merken.

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Länger zehren vom Kraftakt zum überraschenden Punktgewinn wird man jedoch in Ried. „Wir haben in der ersten Halbzeit sensationell verteidigt, die Wege der Salzburger geschlossen und alles umgesetzt, was wir geplant hatten. In der zweiten Halbzeit haben uns zehn Minuten gefehlt für die ganz große Sensation“, sagte Christian Heinle. Der Rieder Interimstrainer feierte nach dem Cupsieg gegen Sturm ein zweites tolles Ergebnis diese Woche, das den Riedern Selbstvertrauen geben sollte, um auch in der Liga demnächst erstmals seit Ende August wieder zu gewinnen.

Für Gesprächsstoff nach Schlusspfiff sorgte das 1:0 durch Luca Meisl, das Schiedsrichter Julian Weinberger erst mit einigen Sekunden Verzögerung und nach Hinweis seines Linienrichters gegeben hat. Zuvor schien es so, als hätte Tormann Philipp Köhn den Ball auf der Linie pariert. „Ich habe zuerst geglaubt, dass er ihn gehalten hat“, meinte auch Torschütze Meisl. „Das 1:0 war für mich nicht zu erkennen, dass der Ball hinter der Linie war“ sagte Salzburgs Coach Jaissle, fügte aber gegenüber Sky Sport Austria fair an: „Der Linienrichter hat es besser gesehen. Hut ab.“

Für Diskussionen sorgten auch die Entscheidungen von Schiedsrichter Harald Lechner in Klagenfurt. Beim spektakulären 3:3 zwischen Austria Klagenfurt und der Admira zeigte Lechner dreimal auf den Elfmeterpunkt, alle drei Strafstöße wurden verwertet. Dank des Hand-Elfmeters von Roman Kerschbaum in der 82. Minute machte Admira dreimal einen Rückstand wett und durfte sich über einen Punkt freuen.

Es war der umstrittenste der drei Elfmeter. „Nach der dritten Führung haben wir gedacht, dass wir das über die Runden bringen, aber dann hat wieder der Schiedsrichter eingegriffen. Der Elfmeter zum 3:3 war eine klare Fehlentscheidung. Ich weiß nicht, was Wimmer da machen soll, soll er sich die Hand abschneiden?“, ärgerte sich Klagenfurt-Trainer Peter Pacult. Unverständlich für ihn war auch, dass zwar der VAR gecheckt hat, Lechner sich die Szene aber nicht selbst angeschaut hat. „Das 3:3 fühlt sich wie eine Niederlage an“, meinte daher Pacult.

Sein Gegenüber Andreas Herzog hob die Moral seiner Mannschaft hervor. „Wenn du dreimal in Rückstand bist und dann ein Unentschieden machst, muss du zufrieden sein“, sagte der Admira-Coach.


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