Geimpfte Touristen dürfen wieder nach Thailand

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Erstmals seit 18 Monaten hat Thailand seine Grenzen für vollständig geimpfte Urlauber aus dem Ausland wieder geöffnet. Auf den Flughäfen von Bangkok und der Ferieninsel Phuket trafen am Montag erste Urlauber ein. Der Betreiber der internationalen Flughäfen, Airports of Thailand, rechnet für Montag allein in Bangkok mit 30.000 Passagieren. Zugelassen sind vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Touristen aus insgesamt 63 „Niedrigrisikoländern“, darunter Österreich.

Neben mehreren anderen EU-Ländern gehören auch die USA, Großbritannien und China dazu. Statt einer mindestens siebentägigen Hotelquarantäne müssen sie nach der Landung nur noch einen PCR-Test vornehmen lassen und das Ergebnis in einem von der Regierung dafür registrierten Hotel abwarten. Fällt es negativ aus, können sie sich vom zweiten Tag frei bewegen. Ungeimpfte müssen zehn Tage in Hotelquarantäne.

Die thailändischen Behörden hoffen, zunächst von den Reisenden zu profitieren, die dem Winter in ihren eigenen Ländern entkommen möchten. Für das kommende Jahr rechnen sie mit der Rückkehr von 10 bis 15 Millionen ausländischen Urlaubern sowie Einkünften von mehr als 30 Milliarden Dollar (25,76 Mio. Euro).

Die Corona-Pandemie hat dem für die thailändische Wirtschaft bedeutenden Tourismussektor schwer zugesetzt. Er erwirtschaftet normalerweise fast 20 Prozent des thailändischen Bruttoinlandsproduktes. Im Jahr vor der Pandemie verzeichnete das südostasiatische Königreich eine Rekordzahl von rund 40 Millionen Besuchern. Im vergangenen Jahr verlor das südostasiatische Königreich dann wegen der ausbleibenden Urlauber aus dem Ausland rund 50 Milliarden Dollar an Einnahmen.

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Regierungschef Prayut Chan-O-Cha hatte bei der Verkündung der Grenzöffnung eingeräumt, dass die Entscheidung zu einem Anstieg der Corona-Infektionen führen könnte. Doch sei es wichtig, den Menschen in Thailand wieder eine wirtschaftliche Perspektive zu geben. Derzeit verzeichnet das Land täglich rund 10.000 Neuinfektionen, während nur etwa 40 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sind, viele mit chinesischen Impfstoffen.

Die Öffnung erfolgte am Montag einen Tag vor dem offiziellen Start der dortigen Trockenzeit - der schönsten Jahreszeit für eine Reise zu Inseln, Tempeln und Dschungeln des alten Siam. Am Wochenende war die Liste der als sicher eingestuften Länder noch einmal um 17 Nationen erweitert worden. Neu hinzu kamen etwa Indonesien und Luxemburg.

„Ich bin zuversichtlich, dass die Wiedereröffnung dem Land großen Nutzen bringen wird, insbesondere in der Tourismus-Hochsaison, die normalerweise bis Anfang nächsten Jahres dauert“, sagte der Gouverneur des Tourismusverbandes TAT, Yuthasak Supasorn. Die Behörde erwartet in den nächsten sechs Monaten mehr als eine Million Touristen aus aller Welt. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2019 kamen noch 40 Millionen ausländische Gäste.

Auf dem Suvarnabhumi-Airport der Hauptstadt Bangkok wurden am Montag 61 Flüge erwartet. In Bangkok sollen nun auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wieder aufsperren, darunter der seit Monaten geschlossene Große Palast. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen fallen zumindest in Bangkok weg, Restaurants dürfen wieder Alkohol ausschenken. Das Nachtleben liegt allerdings noch weitgehend still. Zudem herrscht überall Maskenpflicht.

Das Land braucht dringend die Einnahmen aus der Tourismusindustrie, die seit Beginn der Pandemie fast komplett am Boden lag. Nur die Inseln Phuket und Ko Samui hatten schon im Juli mithilfe spezieller Programme wieder quarantänefreie Ferien ermöglicht. Jedoch hielt sich der Andrang wegen strikter Auflagen in Grenzen.

Regeln gibt es einige, jedoch haben die Behörden versucht, diese zu entschärfen. So hat ein „Thailand Pass“, für den sich Gäste online registrieren müssen, das komplizierte Verfahren des Certificate of Entry abgelöst. Wer kommen will, muss sich 21 Tage lang in einem oder mehreren der 63 als sicher eingestuften Länder aufgehalten haben. Zudem ist ein maximal 72 Stunden alter PCR-Test erforderlich. Nach der Ankunft muss dann noch der weitere PCR-Test gemacht werden.

So mancher hat aber Angst vor den Folgen der Öffnung: Die Zeitung „Bangkok Post“ sprach von „gemischten Gefühlen“ bei den 70 Millionen Thais. Bei einer Umfrage des Gesundheitsministeriums sagten rund 92 Prozent der Befragten, sie befürchteten eine neue Corona-Welle.


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