Kunstmesse „Art&Antique“ gastiert zum 52. Mal in der Hofburg

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Zum inzwischen 52. Mal lädt die Messe „Art&Antique“ in die Wiener Hofburg zum Kunst-Shopping. Ab Donnerstag und bis Montag kann man zwischen zahlreichen Gemälden, Skulpturen, Möbeln, Designstücken und antiken Objekten bummeln und - eine dicke Geldbörse vorausgesetzt - auch gleich zuschlagen. Die Bandbreite reicht von vorchristlichen Schätzen über gotische Madonnenfiguren bis zu heimischer Kunst von Alfons Walde, Maria Lassnig, Arnulf Rainer oder Hubert Schmalix.

Nach der coronabedingten Zwangspause im Vorjahr freute sich Messechefin Alexandra Graski-Hoffmann am Mittwoch bei einer Vorabbesichtigung für Medienvertreter über das heurige Comeback. Zugleich betonte sie, dass die „Art&Antique“ sich nach dem Motto „weg vom Bauchladen und hin zu ausgewählter Qualität“ immer mehr in Richtung „Highlight-Messe“ positioniere. Nicht zuletzt deshalb haben die Veranstalter beim Umfang in zweierlei Hinsicht nachgeschärft bzw. das Konzept zeitgemäßer gestaltet, wie Graski-Hoffmann erklärte. Einerseits sind diesmal mit 35 Ausstellern um rund ein Dutzend weniger dabei als noch 2019, andererseits dauert die Messe mit fünf Tagen etwas kürzer als zuletzt.

Den Besucherinnen und Besuchern wird einmal mehr viel Kunst heimischer Provenienz geboten. Mehr als 1 Mio. Euro muss man etwa bei Kunsthandel Freller für den „Aufstieg“ von Alfons Walde und immerhin noch 685.000 Euro für das in Brauntönen gehaltene „Sigmundskron“ hinblättern. Die Galerie Ruberl präsentiert einen mehrere Jahrzehnte überspannenden Arnulf Rainer Schwerpunkt, beginnend mit Arbeiten aus den 50er-Jahren. Aus dieser Zeit stammt auch das teuerste dort gebotene Werk, die „Übermalung mit Ecke“ aus 1959-62, die auf 250.000 Euro kommt.

Bilder von Rainer, aber auch von Herbert Brandl, Markus Prachensky oder Hubert Scheibl finden sich an mehreren Ständen. Bei Kunsthandel Giese & Schweiger lässt sich etwa der „Herbsttag in der Krieau im Prater“ (1882/85) von Tina Blau ergattern - wegen aktueller Verkaufsverhandlungen wurde der Preis nicht verraten -, während Kaiblinger Galerie & Kunsthandel mit „The Murmur of Innocents 67“ (2017) ein großformatiges Porträt eines ängstlich und verschüchtert wirkenden Mädchens von Gottfried Helnwein (Preis auf Anfrage) bietet. Die Galerie Zimmermann Kratochwil aus Graz zeigt das „Selbstportrait mit Sperber“ von Maria Lassnig. Es entstand 1986 und somit zwei Jahre, bevor die Malerin als erste bildende Künstlerin den österreichischen Staatspreis bekam.

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Auch ganz aktuelle Arbeiten sind zu haben. Smolka Contemporary hat dieses Mal Hubert Schmalix im Fokus und stellt u.a. das heuer entstandene Bild „Deep Fall, Medium“ (23.000 Euro) aus. Und selbst mit einem nicht allzu prallen Portemonnaie kann man fündig werden. So kostet beispielsweise die kleinformatige Zeichnung „Morgenlicht“ (2000) von Paul Flora, dem derzeit eine große Ausstellung in der Albertina gewidmet ist, 1.000 Euro (Galerie Alessandro Casciaro).

Möbel sind bei der heurigen Messeausgabe nur vereinzelt zu finden - etwa Erzeugnisse von der Wiener Werkstätte. Dafür wird Gästen mit ausgefallener Sammelleidenschaft das Herz aufgehen. Kunsthandel Markus Strassner bietet etwa eine Reihe mittelalterlicher Figuren an - darunter ein 58.000 Euro teures Relief einer Marienkrönung, das der „Donauschule“ (um 1500) entstammt. Wer es noch viel älter mag, ist bei Christoph Bacher Archäologie Ancient Art bestens aufgehoben. Dort ist eine minoische Larnax aus Kreta zu erstehen. Dieser Terrakotta-Sarkophag aus dem Zeitraum 1400 bis 1200 vor Christus kommt auf 80.000 Euro - kleine Auslassungen für den austretenden Leichensaft inklusive.

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