Bilyk nach Comeback „step by step“ auf Weg zu alter Stärke

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Mit Test-Länderspielen am Freitag (18.10 Uhr) in der Südstadt und am Sonntag (12.00, jeweils live ORF Sport +) in Brünn gibt Nikola Bilyk sein Comeback in Österreichs Handball-Nationalteam der Männer. Nachdem er die ÖHB-Equipe im Jänner 2020 daheim zu EM-Rang acht geführt hatte, kam die Corona-Pause und im August 2020 bei einem Trainingslager seines Clubs THW Kiel in Graz ein Kreuzbandriss im linken Knie. Nun ist er wieder bereit zu großen Taten.

„Es hat lange gedauert. Aber jetzt ist das Gefühl umso schöner, wieder bei der Mannschaft zu sein“, meinte der 24-Jährige während des Südstadt-Trainingslagers in Vorbereitung auf das Tschechien-Doppel und auf die EM. Dort soll er das Team wieder führen, wenn es ab 14. Jänner in Gruppe D im Zweitagesrhythmus gegen Polen, Deutschland und Belarus geht. Noch ist Bilyk aber nicht bei alter Güte, sind doch erst zwei Monate seit seiner Rückkehr bei Kiel mit dem Gewinn des Supercups vergangen.

„Ich bin überglücklich, dass ich wieder Handball spielen kann. Aber ich habe eineinhalb Jahre keinen Handball gespielt, es fehlen sicher noch einige Schritte“, erläuterte Bilyk. Sein erstes Ziel sei gewesen, wieder ein bisschen mehr Vertrauen in seinen Körper zu bekommen. „Das kommt immer mehr und mehr. Und bald kommt auch das Spielerische mehr dazu. Ich merke, dass es von Tag zu Tag besser wird, ich mich wieder zurückkämpfen werde. Ich habe keine Zweifel, dass es bald anders laufen wird.“

Noch sei seine Torquote weit von früheren Jahren entfernt, im starken Kader von Kiel sei auch immer ein Druck da. „Ich weiß, dass bei meinen Leistungen noch sehr viel Luft nach oben ist“, gab der Rückraumspieler an. „Aber das ist ein Prozess, den ich alleine gehen muss und ich mich durchkämpfen muss. Wir werden sehen, wann es diesen Klick-Effekt gibt und ich wieder befreiter vom Kopf und von den Handball-Entscheidungen wieder auf dem Level bin, wo ich vorher war.“

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In manchen Situationen müsse er noch an die Verletzung denken. Erst allmählich habe er sich wieder an die Bewegungen gewöhnen müssen. „Es ging darum, wieder ein Gefühl für die Geschwindigkeit zu bekommen, für verschiedene Spielsituationen. Man probiert sich einfach aus - wie ist es, wenn ich springe und lande.“ Wenn der Körper dann Dinge automatisch mache, sei es eine Riesenlast, die abfalle, da dann die Konzentration mehr dem Handball an sich gelten könne.

Besonders in Kiels Star-Ensemble, aber auch im Nationalteam müsse er sich seine Position erst wieder erarbeiten. „Man muss überall zeigen, wozu man fähig ist und man muss es sich immer verdienen, auch im Nationalteam spielen zu dürfen“, führte der Ex-Spielmacher der Fivers Margareten aus. Auch hätten in seiner Absenz etwa bei der WM im Jänner andere Spieler Verantwortung übernommen. Bilyk: „Ihr Standing in der Mannschaft hat sich dadurch verändert. Das kann schon für die EM ganz gut sein.“

Da ist vor allem Lukas Hutecek zu nennen, er hat bei der WM die ÖHB-Führungsrolle übernommen. Im Sommer folgte der Wechsel in die deutsche Bundesliga zu Lemgo, und es läuft gut für ihn beim Cupsieger. Das erhielt er zuletzt mit einer Nominierung zum Spieler des Monats bestätigt. „Es läuft immer besser, ich fühle mich sehr wohl“, sagte Hutecek. „Ich merke, wie mein Stellenwert immer besser wird, dass ich mehr Respekt von manchen Spielern habe und dass ich rasch meine Rolle gefunden habe.“

Auch wenn es nur zur Rang 26 gereicht hat, sei die WM für ihn persönlich erfolgreich gewesen. Hutecek: „Ich habe viel Verantwortung gehabt und diese Rolle verändert sehr viel. Dadurch, dass Niko (Bilyk, Anm.) jetzt wieder da ist, wird sich in der EM-Vorbereitung zeigen, wie die Rollen verteilt sind, wer wieviele Würfe im Spiel bekommt, wer die Verantwortung hat. Niko gibt sehr viel neuen Schwung. Ich bin zuversichtlich, dass es mit uns gemeinsam in unserem Spiel sehr gut funktionieren kann.“

Teamchef Ales Pajovic glaubt das auch. „Wenn das gut funktioniert mit ihnen gemeinsam, ist mein Plan, beide zusammen spielen zu lassen“, verriet der Slowene. „Das sieht jetzt schon gut aus im Training.“ Bilyk fehle im Vergleich zu früher noch ein bisschen im Mentalen, an seiner Rolle im Team habe sich aber nichts verändert. Der erst 21-jährige Hutecek wiederum habe sich super entwickelt. Wichtig sei aber vor allem auch, dass das Team einmal komplett sei. „Dann können wir guten Handball zeigen.“


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