Zwei Tote bei Untergang von Flüchtlingsbooten im Ärmelkanal

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Beim Untergang mehrerer völlig überfüllter Flüchtlingsboote im Ärmelkanal sind in den vergangenen Tagen zwei Migranten ums Leben gekommen. Ein weiterer werde vermisst, teilten die französischen Behörden am Donnerstag mit. Mehr als 400 Flüchtlinge konnten bei den Rettungsaktionen indes gerettet werden. Die Menschen hatten versucht, mit den Booten von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen.

Donnerstagfrüh wurde die Leiche eines Migranten in einem mit Wasser gefüllten kleinen Boot am Strand von Wissant nahe Calais entdeckt, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen erfuhr. Zwei Menschen aus demselben Boot wurden mit Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht.

Am Vortag waren bei weiteren Bootsunglücken bereits ein Migrant gestorben und ein weiterer verschollen. Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben der Präfektur um einen etwa 30 Jahre alten Mann. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Mehrere Boote seien gekentert, weil sie überladen gewesen seien, hieß es.

Die Migranten nutzen oft seeuntaugliche Boote und zahlen Schleppern horrende Preise für die Überfahrt nach England. Viele wollen nach England, weil sie die Sprache sprechen und dort bereits Bekannte oder Verwandte haben.

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Die Zahl der Flüchtlinge, welche die Überfahrt über den Ärmelkanal nach Großbritannien wagen, ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Ein Grund dafür ist die stärkere Überwachung der Routen via Fähre oder Tunnel. Die Überfahrt ist aufgrund des starken Schiffsverkehrs, tückischer Strömungen und des kalten Wassers riskant. Bereits in der Nacht auf Dienstag waren 292 Migranten von der französischen Marine, von Seenotrettern und von Patrouillenbooten des Zolls gerettet worden.

Nach Angaben der Präfektur versuchten zwischen Jänner und Ende August etwa 15.400 Migranten die Überfahrt über den Ärmelkanal. Etwa 3.500 von ihnen wurden aus Seenot gerettet und zurück nach Frankreich gebracht. Im gesamten Vorjahr waren es 9.500 gewesen, 2018 waren es etwa 600.


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