Nicaraguas Präsident lässt sich wiederwählen

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In einer äußerst umstrittenen Wahl strebt Nicaraguas Präsident Daniel Ortega seine vierte Amtszeit in Folge an. Der 75 Jahre alte Ex-Revolutionär tritt bei der Abstimmung am Sonntag ohne ernst zu nehmende Gegner an: In den vergangenen Monaten ließ Ortega neben zahlreichen Kritikern auch sieben Anwärter auf das Präsidentenamt verhaften oder unter Hausarrest stellen. Ein wichtiges Parteienbündnis der Opposition wurde außerdem von der Wahl ausgeschlossen.

Ortega war nach dem Sturz des Diktators Anastasio Somoza 1979 - zunächst als Mitglied einer Junta, dann als Präsident - bis zu seiner Abwahl 1990 bereits in dem mittelamerikanischen Land an der Macht. Seit 2007 ist er erneut Staats- und Regierungschef. Eine Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten wurde inzwischen per Verfassungsreform abgeschafft. Seit 2017 ist Ortegas Ehefrau Rosario Murillo Vizepräsidentin. Dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell und der US-Regierung zufolge handelt es sich nicht um eine freie, faire Wahl. Sie warnen vor einer Diktatur.

Rund 4,5 Millionen Nicaraguaner sind bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen stimmberechtigt. Die Wahllokale schließen um 1.00 Uhr MEZ am Montag. Es ist unklar, ob noch in der Nacht mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist.


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