Nicaraguas Präsident lässt sich wiederwählen

  • Artikel
  • Diskussion

In Nicaragua hat die umstrittene Präsidentenwahl begonnen. Nachdem die Sicherheitsbehörden in den vergangenen Monaten sieben Anwärter auf das Präsidentenamt verhaftet oder unter Hausarrest gestellt hatten, strebt Staatschef Daniel Ortega bei der Abstimmung am Sonntag ohne ernst zu nehmende Gegner seine vierte Amtszeit in Folge an. Allein in der Nacht auf den Wahltag wurden nach Angaben der Opposition mindestens neun Regierungsgegner festgenommen.

Ortega war bereits nach der Revolution 1979 bis zu seiner Abwahl 1990 an der Macht. Im Jahr 2006 wurde er erneut zum Staatschef des mittelamerikanischen Landes gewählt. Seine Regierungspartei FSLN setzte 2014 eine Verfassungsreform durch, die eine Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten abschaffte. Ortega ist Berichten zufolge schwer krank, als eigentliche Strippenzieherin gilt seine Ehefrau Rosario Murillo, die seit 2017 Vizepräsidentin ist. Dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell und der US-Regierung zufolge handelt es sich nicht um eine freie, faire Wahl. Sie warnen vor einer Diktatur.

Rund 4,5 Millionen Nicaraguaner sind bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen stimmberechtigt. Die Wahllokale schließen um 1.00 Uhr MEZ am Montag. Es ist unklar, ob noch in der Nacht mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist.

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte