Steirer am Dachstein aus Gletscherspalte gerettet

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Ein 40-jähriger Tourengeher aus dem Bezirk Murtal (Steiermark) ist am Sonntag aus einer Gletscherspalte am Dachstein (Bezirk Gmunden) gerettet worden. Der gut ausgerüstete Mann war allein unterwegs und hatte Glück, dass eine Gruppe seinen Unfall beobachtete, betonte die Bergrettung Hallstatt. Er war über den Randkluftanstieg auf den Hohen Dachstein gelangt. Um 11.30 Uhr stieg er über den Klettersteig ab und fuhr mit den Tourenski über den Gletscher weiter, so die Polizei.

Ein Stück vor dem Steirer war ein 64-jähriger Bergführer mit sieben Gästen unterwegs. Er entschied sich, den östlichen Hang nicht abzufahren und querte ihn mit seiner Gruppe parallel zur Spur eines Pistengeräts. Der 40-Jährige fuhr noch ein kleines Stück ab, bevor er den Hang queren wollte. Dabei stürzte er in eine etwa zwölf Meter tiefe und oben nur etwa einen halben Meter breite Gletscherspalte, der die Gruppe vor ihm ausgewichen war.

Eine weiche Schneebrücke dämpfte den Aufprall des Tourengehers. Die bisher offenen Gletscherspalten sind derzeit teilweise vom frisch gefallenen Schnee überdeckt und sehr schwer zu erkennen, erklärte die Polizei. Der 64-Jährige und seine Schützlinge beobachteten den Sturz und riefen die Einsatzkräfte. Der Bergführer verständigte außerdem vier Kameraden vom Bergrettungsdienst, die auch am Dachstein waren. Gemeinsam begannen sie mit der Rettung des 40-Jährigen, der ansprechbar war, aber über Atemnot und Unterkühlung klagte. Der Mann zog sich in der Spalte seine Steigeisen an und wartete auf Hilfe, berichtete die Bergrettung Hallstatt.

Weitere Bergretter, ein Alpinpolizist, ein Notarzt und Flugretter gelangten via Hubschrauber zur Unglücksstelle. Am Berg herrschte teils sehr böiger Wind. Nach über einer Stunde gelang es, den Steirer aus der Spalte zu retten. Er lehnte es ab, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, nachdem der Notarzt ihn untersucht hatte. Er wurde mit dem Pistengerät zur Seilbahn gebracht und fuhr mit dieser ins Tal.

Der Mann hatte als Alleingänger extremes Glück, dass Zeugen seinen Sturz beobachtet hatten. In der Spalte hätte ihn niemand rufen gehört oder gesehen, hieß es von der Bergrettung Hallstatt.


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