Baby Taschentuch in den Mund gestopft - Teilbedingte Haft

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Wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang hat ein 34-Jähriger am Montag am Landesgericht St. Pölten drei Jahre Haft, davon zwei bedingt, erhalten. Der Mann gab in der Schöffenverhandlung zu, im Jänner 2016 seinem schreienden, sechs Wochen alten Sohn ein Papiertaschentuch in den Mund gesteckt zu haben. Das Baby starb im Mai 2016 im Spital. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der Richter sprach von einem „massiven Misshandlungsverhalten“ des Angeklagten. „Es gibt keine gerechte Strafe dafür“, meinte der Richter, es brauche ein Urteil, „das auch die Leute zum Nachdenken bringt“. „Offenbar hatten Sie doch Gewissensbisse“, weshalb der Angeklagte nicht seine erste Version des Vorfalls, er habe mit einem Taschentuch Erbrochenes weggewischt und das Baby habe sich den Fremdkörper selbst in den Mund gestopft, aufrechterhalten habe.

Bei einem Strafrahmen von ein bis zehn Jahren wirkten sich das Geständnis, die Unbescholtenheit und eine marginal eingeschränkte Schuldfähigkeit mildernd aus. Als erschwerend wurde die Tat an einem nahen, besonders schutzbedürftigen Angehörigen angesehen. Außerdem erging die Weisung, die bereits begonnene Psychotherapie fortzusetzen. Zudem wurde Bewährungshilfe angeordnet.

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