Neue Grazer Schauspieldirektorin Andrea Vilter präsentiert

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„In meiner Lebenssituation war das Angebot attraktiv, wieder einen Schritt zurück ans Theater zu machen“, hat Andrea Vilter, designierte Schauspieldirektorin in Graz, ihre Entscheidung zur Bewerbung begründet. Bei einer Pressekonferenz am Montag wollte sie zwar noch keine Pläne kundtun, verriet aber, dass sie ein digitales Festival für das Haus plane. Landesrat Christopher Drexler (ÖVP) meinte, er habe noch nie „so ein leidenschaftliches Plädoyer der Jury“ erlebt wie hier.

Derzeit arbeitet Andrea Vilter (55) an der Weißensee Kunsthochschule in Berlin, freut sich aber, ab der Saison 2023/24 wieder an ein Theater zurückzukehren. Sie war an unterschiedlichen Häusern als Dramaturgin tätig, im Hessischen Staatstheater Wiesbaden lag auch die Leitung Schauspiel in ihrer Hand. Nun habe sie Lust, an einem Theater zu arbeiten, „das sehr vielfältig ist“. Graz empfinde sie als „Stadt, in der man sofort gerne leben möchte“. Außerdem sei „ein schönes Haus, das so gut dasteht, ein Geschenk“, betonte Vilter, die Iris Laufenberg nachfolgen wird.

Die designierte Leiterin möchte auch „ein Netzwerk von Kollaborateurinnen und Kollaborateuren“ aufbauen, und zwar im Sinne eines erweiterten Leitungsgedanken. Künstlerinnen und Künstler diverser Genres sollen am Schauspielhaus nicht nur spielen, sondern stärker eingebunden werden.

Als erste konkrete Idee nannte Andrea Vilter ein digitales Festival, da man die „digitale Spur“ unbedingt weiter verfolgen müsse. Vilter sprach von einer „Suchbewegung an vielen Stellen“.

Karin Bergmann, ehemalige Direktorin des Burgtheaters und Mitglied der Jury, rühmte „ihre Erfahrung und ihr hervorragendes Netzwerk in den Bereichen Schauspiel, Regie und Dramatik“. Das „attraktive und animierende Konzept“ verspräche auch für die Zukunft des Grazer Schauspielhauses „überregionale Strahlkraft“.

Kulturstadtrat Günter Riegler (ÖVP) meinte, es sei gelungen, mit Vilter „eine profilierte Theaterfachfrau zu gewinnen, die mit einer verheißungsvollen Vision für das Schauspielhaus zu bestechen wusste.“ Auch der Geschäftsführer der Bühnen, Bernhard Rinner, zeigte sich angetan: Mit der „leidenschaftlichen Literaturwissenschafterin“ würde das Haus „in weiblicher Hand“ bleiben und eine „Fortsetzung des künstlerischen Erfolgsweges mit sicher zukunftsweisenden und trendsetzenden Perspektiven“ gewährleistet sein.


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