Nach tödlichem Moped-Crash Autofahrer vor Gericht in Linz

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Nach einem schweren Verkehrsunfall Anfang Juni in Saxen (Bezirk Perg), bei dem zwei Mopedfahrer starben und fünf weitere schwer verletzt wurden, ist am Montag im Landesgericht Linz der Autofahrer vor Gericht gestanden. Der 65-Jährige wurde wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Der Angeklagte bekannte sich schuldig. Ein Urteil wird für den späten Nachmittag erwartet.

Der Mühlviertler war am 3. Juni mit dem Pkw, in dem auch seine Ehefrau saß, auf der B3 Richtung Grein in eine Gruppe von Mopedfahrern gerast. Die Innviertler im Alter zwischen 25 und 63 Jahren waren auf einer Rundfahrt mit Oldtimern durch das untere Mühlviertel unterwegs. Wegen einer Panne stoppten sie und ihr Begleitfahrzeug in einer Ausweiche der Bundesstraße. Die Zweiradfahrer wurden vom Fahrzeug erfasst und ins angrenzende Kornfeld geschleudert. Zwei Männer im Alter von 29 und 48 Jahren überlebten den Verkehrsunfall nicht, weitere fünf Personen wurden schwer verletzt.

„Es gibt nichts daran zu rütteln, er ist leider von der Straße abgekommen“, meinte der Verteidiger des Unfallfahrers. „Es ist ein großes Schicksal, das da passiert ist“, sprach er mit leiser Stimme weiter. Dass sich sein Mandant an nichts erinnern könne, sei aber keine „Schutzbehauptung“, betonte er in seinem kurzen Eröffnungsplädoyer.

Der Angeklagte selbst wusste vor Gericht nur mehr, dass die Airbags im Auto aufgegangen sind und es „geraucht“ habe. Auf die Nachfrage eines Anwalts der Opfer, die sich als Privatbeteiligte dem Strafprozess angeschlossen haben, ob er unmittelbar vor dem Unfall seiner Frau möglicherweise helfen wollte, unter der Fahrt ein Zuckerlpapier vom Boden aufzuheben, meinte er nur: „Ich kann es nicht mehr sagen, ob das in einem Zusammenhang steht“, wiederholte er mehrmals. Warum genau er abgelenkt war, wisse er einfach nicht, ihm sei nur mehr erinnerlich, dass er rechts auf Bankett geriet und an einen Wegweiser stieß, der sich „umbog“. Seine Frau hörte ihn, nachdem er aus dem Auto gestiegen war, nur rufen: „Bitte, bitte lieber Gott, nur keine Toten“, sagte sie im Zeugenstand unter Tränen.

Weil die Richterin weder die Angehörigen im Saal noch den Angeklagten „unnötig quälen“ wollte, wurden die Zeugen nur kurz befragt. Nach einer Corona-bedingten Pause zum Lüften des Saals, wird noch der Gutachter erwartet, bevor ein Urteil gesprochen werden soll.


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