Festnahmen nach Messerattacke auf Polizisten in Cannes

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Nach einer Messerattacke auf einen Polizisten in der südfranzösischen Mittelmeerstadt Cannes haben Sicherheitskräfte zwei Menschen aus dem Umfeld des Täters festgenommen. Wie die Polizei der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag sagte, handle es sich dabei um gewöhnliche Nachforschungen. In dem Fall wurden demnach Ermittlungen wegen versuchter Tötung eingeleitet. Die Behörden sehen bisher keinerlei Verbindung zu einer islamistischen Organisation.

Das teilte die zuständige Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit. Zwar habe der mutmaßliche Täter gesagt, im Namen des Propheten und für Gott gehandelt zu haben. Bekannte des Mannes hätten indes von dessen Veränderungen in den vergangenen Monaten gesprochen, der sich von einem „Dschinn“ verfolgt fühle. Der Mann solle nun psychiatrisch untersucht werden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Montagfrüh hatte ein Mann unweit einer Polizeiwache in Cannes mit einem Messer auf einen Polizisten in einem Wagen eingestochen. Der Angegriffene blieb dank kugelsicherer Weste körperlich unverletzt. Ein Beamter schoss auf den Angreifer und verletzte ihn schwer.

Der Mann mit algerischer Staatsbürgerschaft ist nach Angaben von Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin nicht als radikalisiert bekannt. In Frankreich halte er sich rechtmäßig auf und sei hier nicht vorbestraft. Vor wenigen Wochen habe er um einen Aufenthaltstitel gebeten.

Die Ermittlungen zogen auch Kreise über die Staatsgrenze hinweg. Die italienische Polizei durchsuchte am Dienstag eine Wohnung in Neapel, in der der Algerier gewohnt hatte, wie italienische Medien berichteten. Der Mann war 2008 in Cagliari auf Sardinien eingetroffen und erhielt 2011 eine Aufenthaltsgenehmigung. Die in Neapel durchsuchte Wohnung teilte er mit anderen Migranten. Seit über einem Jahr war er nach Frankreich umgezogen.


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