Mehr als 7.000 Opfer von Landminen im Jahr 2020

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Insgesamt 7.073 Menschen sind im vergangenen Jahr weltweit durch Landminen und andere Blindgänger getötet oder verletzt worden. Die Zahl der Opfer sei im Vergleich zu 2019 um 1.220 gestiegen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht des Landminen-Monitors. 80 Prozent der Opfer waren demnach Zivilisten. Die meisten Opfer gab es erstmals seit Beginn des Berichts 1999 in Syrien. Allein dort wurden im vergangenen Jahr 2.729 Menschen getötet oder verletzt.

Bisher verzeichneten Afghanistan oder Kolumbien die meisten Opfer. Die bisher niedrigste Opferzahl wurde 2013 mit 3.456 Toten oder Verletzten verzeichnet, der Negativ-Rekord liegt bei 9.440 Opfern im Jahr 2016.

Dass die Zahl 2020 gestiegen ist, sei vor allem „auf die Zunahme bewaffneter Konflikte und selbstgebauter Minen zurückzuführen“, hieß es in dem Bericht. Das zeige, wie groß die Probleme bei der Umsetzung des Ottawa-Abkommens zur Ächtung von Landminen seien, erklärte Herausgeberin Marion Loddo. Mitautor Loren Persi wies auf zusätzliche Probleme durch die Corona-Pandemie hin.

Minenopfer gab es laut dem Monitor in 54 Staaten oder Gebieten. 38 von ihnen haben demnach das Ottawa-Abkommen aus dem Jahr 1997 unterzeichnet. Insgesamt wurde es von 164 Staaten ratifiziert.

Myanmar, das dem Abkommen bis heute nicht beigetreten ist, war laut dem Monitor das einzige Land, in dem die Streitkräfte im dokumentierten Zeitraum bis Oktober 2021 Antipersonenminen einsetzten. In den anderen betroffenen Ländern nutzten nichtstaatliche Milizen improvisierte Minen - oder ein staatlicher Einsatz ließ sich nicht nachweisen.

Dem Bericht zufolge wurden im vergangenen Jahr fast 146 Quadratkilometer Land von Landminen befreit und mehr als 135.000 Minen zerstört. Die Zahl der Länder, die noch Minen herstellen, blieb laut dem Monitor unverändert: Zu ihnen gehören China, Kuba, Indien, Iran, Myanmar, Nordkorea, Pakistan, Russland, Singapur, Südkorea, die USA und Vietnam.


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