Spanien nach Schweden-Patzer plötzlich voll auf WM-Kurs

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Spaniens Fußball-Nationalteam hat sich im Kampf um das WM-Fixticket in der Qualifikations-Gruppe B im vorletzten Anlauf doch noch in die Pole Position geschossen. Die Truppe von Teamchef Luis Enrique setzte sich in Athen gegen Griechenland mit 1:0 durch und profitierte von einem 0:2-Ausrutscher des bisherigen Leaders Schweden in Georgien. Dadurch gehen die Spanier statt mit einem Rückstand mit einem Plus von einem Punkt ins „Finale“ um Rang eins am Sonntag in Sevilla.

Zu so einem Endspiel kommt es am selben Tag auch in Pool H zwischen Kroatien und dem zwei Zähler davor liegenden Tabellenführer Russland. Die „Sbornaja“ gab sich beim Heim-6:0 gegen Zypern genauso keine Blöße wie Kroatien beim Auswärts-7:1 auf Malta. Auch in der Gruppe A ist für größte Brisanz im Finish gesorgt. Da stieg Portugal trotz eines mageren torlosen Remis in Irland zum neuen Spitzenreiter auf. Stürmerstar Cristiano Ronaldo und Co. liegen vor dem Heimduell mit Verfolger Serbien nur aufgrund des besseren Torverhältnisses voran. Deutschland schoss im ersten Spiel nach WM-Ticket-Fixierung Liechtenstein mit 9:0 ab.

Die Spanier diktierten im Athener Stadion „Spyros Louis“ über die gesamte Spielzeit das Geschehen. Der einzige Treffer fiel in der 26. Minute trotzdem nur aus einem durchaus umstrittenen Elfmeter. Nach einem Foul von Dimitris Giannoulis an Inigo Martinez avancierte Pablo Sarabia zum Matchwinner. Die Griechen machten nach vorne einfach zu wenig, um die Chancen auf eine Top-Zwei-Platzierung am Leben zu halten.

Die Schweden stolperten mit Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic in Batumi, wo der 20-jährige Georgier Khvicha Kvaratskhelia von Rubin Kasan mit einem Doppelpack (61., 77.) und seinen Teamtreffern Nummer vier und fünf im erst elften Länderspiel in den Mittelpunkt rückte.

Die Russen geigten in St. Petersburg erst in der zweiten Hälfte so richtig auf, wo nach der frühen Führung durch Aleksander Erochin (4.), Fedor Smolow (55.), Andrej Mostowoj (56.), Aleksei Sutormin (62.), Anton Sabolotnij (82.) und noch einmal Erochin (87.) für klare Verhältnisse sorgten. Auch Rivale Kroatien war ordentlich in Torlaune, auf Malta trugen sich Ivan Perisic (6.), der Ex-Salzburger Duje Caleta-Car (22.), Mario Pasalic (39.), Luka Modric (45.+1), Lovro Majer (47., 64.) und Andrej Kramaric (53.) in die Schützenliste ein.

Die Portugiesen konnten mit der Nullnummer in Irland gut leben, da sie die Partie nach einem Gelb-Rot-Ausschluss von Innenverteidiger Pepe in Unterzahl beendeten und ihnen nun ein Unentschieden zum Abschluss gegen Serbien reicht. An der Ausgangslage hätte sich auch im Falle eines Triumphes in Dublin nichts geändert.

Deutschland feierte zum offiziellen Abschied des ehemaligen Bundestrainers Joachim Löw ein Fußball-Fest. Vor 25.984 Zuschauern in Wolfsburg wurde Außenseiter Liechtenstein mit 9:0 abgefertigt. Für die Tore sorgten Ilkay Gündogan (11./Elfmeter), Daniel Kaufmann (20./Eigentor), Leroy Sane (22., 49.), Marco Reus (23.), Thomas Müller (76., 86.), Ridle Baku (80.) und Maximilian Göppel (89./Eigentor). Der Underdog war ab der 9. Minute nach einer Roten Karte für Jens Hofer nach Foul an Leon Goretzka in Unterzahl. Hansi Flick freute sich im sechsten Spiel unter seiner Führung über den sechsten Sieg.

Dessen Vorgänger war vor der Partie mit lautem Applaus und „Jogi, Jogi“-Rufen verabschiedet worden. „Nach so vielen Jahren und so einer langen Reise, musste ich natürlich Abstand gewinnen. Ich musste auch einiges verarbeiten. Das letzte Turnier war ja für uns alle ein bisschen enttäuschend. Deswegen habe ich eine Weile gebraucht. Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass es mir gut geht, und ich mich auf Fußball freue“, sagte Löw, der seit 2006 bis zum Sommer dieses Jahres Cheftrainer war, bei RTL. Mit Spannung wird erwartet, wohin den Ex-Trainer der Wiener Austria und des FC Tirol die Reise führen wird.


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