Teamchef-Situation laut Schöttel durch ÖFB-Sieg unverändert

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Das 4:2 am Freitagabend gegen Israel hat laut ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Zukunft von Teamchef Franco Foda. Ein klares Bekenntnis, mit dem Deutschen ins WM-Play-off im März zu gehen, gab es danach weder von Schöttel noch vom neuen ÖFB-Präsidenten Gerhard Milletich. Beide zeigten sich mit der Leistung zufrieden. Die klärenden Gespräche werden aber erst nach dem abschließenden WM-Quali-Spiel am Montag gegen Moldau stattfinden.

„An der Situation hat sich gar nichts verändert“, betonte Schöttel am Samstag bei einem ÖFB-Medientermin in Klagenfurt. „Wir haben gesagt, wir werden nach dem Lehrgang über diesen Lehrgang sprechen, über das ganze Jahr, über die Probleme, die wir auch gehabt haben. Das wird nach dem zweiten Länderspiel ganz normal passieren mit ein paar Tagen Abstand.“ Bisher habe er mit Milletich zwei längere Gespräche geführt. Zuletzt befand sich der neue Verbandschef von Donnerstag bis Samstag bei der Nationalmannschaft, um sich vorzustellen.

Auch Schöttels Zukunft stand zuletzt im Mittelpunkt medialer Spekulationen. Im Gegensatz zu Foda, dessen Vertrag bis zum Play-off oder im Fall einer WM-Teilnahme bis zum Turnier in Katar läuft, verfügt der Sportdirektor beim ÖFB über eine unbefristete Anstellung. Ob das positiv verlaufene Israel-Spiel auch für ihn mehr Ruhe bringe, wollte der 54-jährige Wiener nicht beurteilen. „Über handelnde Personen zu diskutieren ist ja legitim. Ich kenne mein Aufgabengebiet. Die Betreuung oder Mitbetreuung des A-Teams ist eine davon. Ich versuche einfach, die Dinge so zu machen, dass es zum Nutzen des Verbandes ist.“

Schöttel ist wie Foda seit vier Jahren im Amt. Untrennbar sind die Schicksale der beiden sportlichen Führungskräfte aber nicht miteinander verbunden, hatte Milletich bereits im Vorfeld des abschließenden Länderspiel-Doppels des Jahres betont. Die Analyse soll danach erfolgen. „Es war für mich schon überzeugend“, sagte Milletich nach seinem ersten Länderspiel im Amt im ORF. Die zweite Hälfte gegen Israel hätte für die erste entschädigt. „Es war wirklich ein schöner Abend, wir waren erfolgreich.“ Fodas Zukunft wollte der Burgenländer nicht in den Mittelpunkt stellen. „Es geht um den österreichischen Fußball, um den ÖFB - nicht um den Teamchef.“ Selbstverständlich sei dieser aber „ein Bestandteil des Ganzen“.

Der Sportchef war darum bemüht, die Leistung richtig einzuordnen. „Wenn man sich nur die nackten Zahlen anschaut, waren wir klar überlegen. Wir haben verdient gewonnen. Es herrscht jetzt aber nicht die totale Euphorie bei uns über das gestrige Spiel“, sagte Schöttel. „Wir haben gesagt, wir sind besser als Israel, das müssen wir auch zeigen.“ Er freue sich, weil die Mannschaft „sehr spielfreudig“ gewesen sei. „Wir haben die ersten drei Punkte, am Montag müssen dann die nächsten drei kommen.“

Die Österreicher gehen als klare Favoriten ins Spiel gegen das sieglose Tabellenschlusslicht aus Moldau. Es wartet ein defensiv eingestellter Gegner. Für die Tore könnte erneut Marko Arnautovic sorgen müssen, der in vier Einsätzen in der laufenden Quali dreimal getroffen hat - trotz einer Oberschenkelverletzung vom Mai, deren Folgen ihn laut eigenen Angaben immer noch quälen. Schöttel attestierte dem 32-Jährigen einen wesentlich besseren körperlichen Zustand als bei der EM im Sommer. „Ich finde, er ist jetzt so stark wie schon eine längere Zeit nicht. Das kann nur gut sein für das Nationalteam.“


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