Kuba entzog spanischer Nachrichtenagentur EFE Akkreditierung

  • Artikel
  • Diskussion

Kubas Behörden haben den Journalisten der spanischen Nachrichtenagentur EFE überraschend die Akkreditierungen entzogen. Das bestätigte der EFE-Bürochef in Havanna, Atahualpa Amerise, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Einen genauen Grund hätten die Behörden nicht genannt, auch sei nicht klar, ob es sich um einen vorübergehenden oder definitiven Akkreditierungsentzug handle. Ein möglicher Zusammenhang: Für Sonntag und Montag waren landesweite Oppositionsproteste angesagt.

Sein Team sei vorgeladen und aufgefordert worden, die Presseausweise auszuhändigen, sagte Amerise. Zu dem kubanischen Hauptstadtbüro gehören laut Amerise drei Redakteure, ein Fotograf und ein Kameramann. Sie dürfen nun vorerst nicht mehr in Kuba arbeiten.

Die Sanktionierung der größten spanischsprachigen Nachrichtenagentur weltweit erfolgt am Vortag einer angekündigten Protestaktion des Regierungskritikers Yunior García. García will am Sonntag auf einer zentralen Straße in Havanna demonstrieren, obwohl die Behörden für diesen Fall seine Festnahme angekündigt haben.

Die kubanische Opposition hat zudem für Montag zu landesweiten Kundgebungen aufgerufen, um die Freilassung politischer Gefangener zu verlangen. Die Organisatoren wollen trotz eines Verbots der Behörden an der Aktion festhalten.

Proteste sind in Kuba äußerst selten. Zuletzt hatte es im Juli Demonstrationen in rund 40 kubanischen Städten gegeben. Es handelte sich um die größten regierungskritischen Veranstaltungen seit der von Fidel Castro angeführten Revolution 1959. Die Menschen brachten ihren Unmut über die schlimmste Wirtschaftskrise seit 30 Jahren und die damit einhergehende Strom- und Lebensmittelknappheit zum Ausdruck.

Die Demonstrationen wurden teils gewaltsam niedergeschlagen. Ein Mensch wurde getötet. Die US-Regierung verhängte als Reaktion neue Sanktionen gegen Havanna.


Kommentieren


Schlagworte