Kroaten nehmen Russen mit spätem Tor WM-Ticket noch weg

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Kroatien hat sich als fünftes europäisches Fußball-Nationalteam für die WM 2022 in Katar qualifiziert. Die Truppe von Trainer Zlatko Dalic setzte sich am Sonntag im „Gruppe-H-Finale“ gegen Russland in Split nach drückender Überlegenheit mit 1:0 durch und zog in der Tabelle noch um einen Punkt an der „Sbornaja“ vorbei. Entscheidend war ein Eigentor von Fedor Kudrijaschow (81.). Die Russen müssen im März im Play-off - vielleicht auch gegen Österreich - ihr Glück versuchen.

Dort werden noch drei weitere WM-Tickets vergeben. Vertreten sind neben den zehn Gruppenzweiten auch die zwei besten Gruppensieger der Nations League, wobei einer davon die ÖFB-Auswahl ist. Den Sprung ins Play-off schafften neben den Russen auch die Nordmazedonier, und das mit einem Heim-3:1 gegen Island aus eigener Kraft. Rumänien blieb trotz eines 2:0 in Liechtenstein nur Rang drei. Gruppe-J-Gewinner Deutschland siegte zum Abschluss in Armenien 4:1.

Die Kroaten spielten im Stadion Poljud schon vor der Pause nur auf ein Tor, neun Chancen brachten allerdings keinen Torerfolg, während die Russen nur hinten drinnen standen und keinen einzigen Schuss aufs gegnerische Gehäuse zustande brachten. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielgeschehen, der Vize-Weltmeister drückte lange Zeit vergeblich auf den Führungstreffer. Und das bei fast irregulären Platzverhältnissen. Der Ball blieb aufgrund des Dauerregens immer wieder in Lacken stehen, bei vielen Aktion spielte daher der Zufall eine große Rolle.

Das spielte natürlich den verteidigenden Russen in die Karten. Die ließen nur wenige Großchancen zu, fingen sich im Finish aber doch noch einen Gegentreffer ein. Was der kroatischen Offensive über die gesamte Spielzeit nicht gelungen war, schaffte Kudrijaschow. Der russische Linksverteidiger beförderte den Ball nach einer Flanke in Torjägermanier unglücklich ins eigene Tor. Auch wenn die Russen danach versuchten, mehr nach vorne zu machen, lag der Ausgleich nicht in der Luft. Sie könnten daher erstmals seit der WM 2010 wieder eine Endrunde verpassen.

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„Ich weine nicht oft, aber dieser Sieg war einer der größten sportlichen Momente in meinem Leben. Die Erleichterung ist groß. Was wir heute erreicht haben, ist unbezahlbar“, sagte der zuletzt unter Druck geratene kroatische Teamchef Zlatko Dalic. Erleichtert war nach einem „schwierigen Match“ auch Offensivstar Luka Modric: „Wir hatten das nötige Glück beim Tor, haben es uns aber verdient, so wie wir aufgetreten sind. Wir waren geduldig und haben bis zuletzt an den Sieg geglaubt.“

Deutschland hatte Rang eins schon vor dem Quali-Finish in der Tasche, unabhängig davon gab sich die DFB-Elf in Armenien keine Blöße. Kai Havertz (15.), Ilkay Gündogan (45.+4/Elfmeter, 50.) und Jonas Hofmann (64.) sorgten dafür, dass auch das siebente Spiel unter Neo-Teamchef Hansi Flick gewonnen wurde. Henrich Mchitarjan gelang mit einem Elfmeter nur der Ehrentreffer. Für Nordmazedonien avancierte Eljif Elmas mit einem Doppelpack (65., 86.) zum Matchwinner.


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