Immer mehr positive PCR-Tests und Quarantänen an Schulen

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An den Schulen wächst die Zahl der positiven PCR-Tests weiter an. Am Montag und Dienstag wurden (ohne Wien) 3.090 positive PCR-Tests registriert. Elf Schulen und 407 Klassen sind bereits geschlossen, teilte das Bildungsministerium der APA mit. Zum Vergleich: Am Mittwoch der Vorwoche wurden rund 1.800 positive Tests vermeldet, damals waren 4 Schulen und 126 Klassen in Quarantäne. Manche Lehrervertreter fordern Schulschließungen, die Bildungsreferenten der Länder sind dagegen.

In Oberösterreich wurden 1.210 positive Tests verzeichnet (Mittwoch der Vorwoche: 673), in der Steiermark 676 (329), in Niederösterreich 557 (406), in Vorarlberg 215 (96), in Salzburg 176 (129), im Burgenland und Kärnten je 86 (73 bzw. 44), in Tirol 84 (82). Bis zum Ende der Vorwoche kamen dann in manchen Bundesländern aber noch Nachmeldungen dazu.

In Wien wird zweimal die Woche PCR-getestet, die Zahlen für die Bundeshauptstadt liegen daher erst am Freitag vor. Die obigen Zahlen enthalten dabei nur die im Zug der Massen-PCR-Testungen an den Schulen abgegebenen Positiv-Tests - PCR-Tests, die zusätzlich etwa aufgrund eines positiven Antigentests angeordnet werden, fließen nicht ein.

Stark angestiegen ist dementsprechend die Zahl der verhängten Quarantänen: Insgesamt sind elf Schulen geschlossen (je drei in Kärnten und NÖ, je zwei im Burgenland und OÖ und eine in Wien). Außerdem müssen 407 Klassen daheimbleiben - 129 in Wien, 81 in Oberösterreich, 57 in Niederösterreich, 42 in Kärnten, 25 in der Steiermark, je 24 in Salzburg und Tirol, 19 in Vorarlberg und sechs im Burgenland.

Lehrervertreter fordern unterdessen einen „kurzen, harten Lockdown mit Schulschließung, um die Zahlen massiv nach unten zu bringen“. In der Schule seien viele Kinder und Jugendliche ungeimpft, zum Teil auch deren Eltern, hieß es in einer Aussendung der Unabhängigen LehrergewerkschafterInnen (ÖLI-UG). „Schickt die Schulen 14 Tage ins Distance Learning“, meinte die stellvertretende Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, Ursula Göltl. „In der Pflichtschule kann man eine Notbetreuung bei strenger Maskenpflicht aufrechterhalten. Das hat bereits einmal funktioniert.“ In den beiden Wochen sollen Lehrpersonal bzw. Schüler das Impfen ermöglicht werden, die Schulen mit FFP2-Masken versorgt und drei PCR-Tests pro Woche organisiert werden. Auch der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) hielt Distance Learning in einer Aussendung für nicht mehr vermeidbar.

Gegen Schulschließungen sprachen sich dagegen die Bildungsreferenten der Länder sowie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei einer gemeinsamen Sitzung aus. In der morgigen Landeshauptleute-Konferenz werde er diese Position klar vertreten, so der Kärntner Landeshauptmann und Bildungsreferent Peter Kaiser (SPÖ) in einer Aussendung. Er werde „mit der felsenfesten Überzeugung dafür eintreten, dass die Schulen offenbleiben müssen, wenn wir gravierendere Auswirkungen durch ein allfälliges Distance Learning auf unsere Kinder und Jugendlichen vermeiden wollen“. Die Schule sei der am besten kontrollierte Ort im derzeitigen pandemischen Geschehen.


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