Reger Andrang bei Anti-Corona-Maßnahmen-Kundgebung in Linz

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Knapp 6.000 Menschen sind am Sonntag zu einer Kundgebung der impfkritischen Partei MFG gegen die Corona-Maßnahmen vor das Linzer Landhaus und in die Innenstadt gekommen. Die Demonstration verlief friedlich, nach dem offiziellen Ende schritt die Polizei jedoch ein. 50 Personen wurden von Polizisten umringt, um deren Identität festzustellen. Eine davon wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen, so Polizeisprecher David Furtner.

Wegen des nicht enden wollenden Zustroms an Leuten war der Beginn der eigentlichen Kundgebung um eine halbe Stunde auf 14.30 Uhr nach hintern verlegt worden. Statt der angemeldeten 600 Personen kamen knapp zehnmal so viele, bestätigte die Polizei Schätzungen. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer aller Altersgruppen war allerdings unmaskiert. Viele Demonstranten schwenkten rot-weiß-rote Fahnen, ein regelrechtes Fahnenmeer begleitete die Massen.

Auf ihren mitgebrachten Transparenten waren Statements zu lesen wie: „Die Spritze ist das größte Verbrechen an der Menschheit“, „Nein zu Impfzwang“, „Finger weg von unseren Kindern“ und „Bürgerrechte - Freiheit trotz Corona“. „Das Landhaus, das Verbrecherhaus“, rief ein Teilnehmer einem anderen zu, „dort sitzt der erste Verbrecher Oberösterreichs“, betitelte er Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Immer wieder skandierten die Wartenden vor der fahrbaren Rednertribüne „Widerstand“.

„Danke, dass ihr alle aufgestanden seid“, begrüßte Landtagsabgeordneter Joachim Aigner die Menge. Die „Zeit auf der Couch“ sei nun vorbei. Für die angespannte Situation in oö. Spitälern machte er die „Spar-Politik“ der vergangenen Jahre verantwortlich, weshalb es jetzt wegen der Personalnot von den 333 Intensivbetten nur 250 betreute gebe. Landtagsabgeordnete Dagmar Häusler kritisierte vor allem die kommende Impfpflicht als „massive Erpressung“. Es sei „eine rote Linie überschritten“ worden, wenn „Kinder ab fünf Jahre“ geimpft werden müssten. „Wir dürfen uns nicht verbiegen lassen“, rief sie in den Teilnehmern zu.

Laut Polizei kam es während der Kundgebung zu keinen Zwischenfällen, sie sei friedlich verlaufen. Die MFG hatte betont, „wir wollen keine Randalierer“, und dazu aufgerufen, „Strafrechtliches“ zu melden. Nach dem offiziellen Ende bildete sich allerdings ein spontaner Demonstrationszug. Die bis zu 1.000 Personen marschierten Richtung Volksgarten, machten dann wieder kehrt und gingen Richtung Hauptplatz. „Die Situation war angespannt“, beschrieb Furtner die Lage. Zwar sei es gelungen, am frühen Abend diese Spontan-Demo gewaltfrei zu beenden, doch kleinere Gruppen blieben noch in der Stadt. Eine davon wurde von Polizisten „eingekesselt“. Dabei kam es zu einer Festnahme. Furtner rechnete am Abend mit weiteren Anzeigen.

Insgesamt gab es bei der MFG-Kundgebung 18 Anzeigen wegen Verletzens der FFP-Maskenpflicht, auch wenn der überwiegende Teil der Teilnehmer nicht den vorgeschriebenen Mundschutz trug. Man habe „einen Tag vor dem bundesweiten Lockdown auf Deeskalation gesetzt, nicht zuletzt weil auch so viele Kinder auf der Demo waren“, meinte der Polizeisprecher.


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