Kraft nach Quali-Aus als Dritter zurück in der Spur

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Weltmeister Stefan Kraft hat sich im zweiten Saisonbewerb in Nischnij Tagil stark zurückgemeldet. Der am Vortag nach seinem Quali-Aus zum Zuschauen gezwungene Salzburger belegte am Sonntag Rang drei. Besser waren bei Schneefall und wechselnden Windbedingungen nur der überlegene Weltcup-Titelverteidiger Halvor Egner Granerud aus Norwegen und Samstag-Sieger Karl Geiger. Der Deutsche reist im Gelben Trikot weiter zur nächsten Station ins finnische Ruka.

Jan Hörl stürzte hingegen im Finale vom zweiten auf den 24. Rang ab. Daniel Huber fiel von der vierten an die elfte Stelle zurück. Kraft machte hingegen von Platz 14 aus noch einen großen Sprung nach vorne. Der Ex-Weltcupgesamtsieger atmete auf. „Ich bin unglaublich happy, dass sich das mit dem Stockerl ausgegangen ist“, betonte der 2019 in Russland siegreiche Weltmeister von Oberstdorf im ORF-Interview.

Vor allem sein zweiter Durchgang gebe Selbstvertrauen. „Das war wieder ein sehr geiler Sprung. Ich bin megaglücklich, dass mir der gelungen ist.“ Nach der verpatzten Qualifikation bei schwierigen Bedingungen habe er beim letzten Sprung endlich wieder alles richtig gemacht. Damit könne er guten Mutes weiter nach Finnland reisen. „Das tut sicher gut, man sieht, dass wir richtig trainiert haben. Auch Jan und Hubi sind gut drauf.“

Die angesprochenen Hörl und Huber hatten aber wenig Grund zur Freude, nachdem sie bei dichter werdendem Schneefall mit der stoppenden Anlaufspur nicht zurechtkamen. „Ich war zweimal sehr gut dabei, und dann fliegt man so weit nach hinten“, bedauerte Hörl, der auch schon am Samstag vom siebenten auf den 23. Platz weit nach hinten gerutscht war. Positiv sei, dass er grundsätzlich mithalten könne, möglicherweise hätten auch die Nerven mitgespielt. „So oft bin ich noch nicht in dieser Position gewesen, aber ich habe mich gut gefühlt, aber klar spielt die Spur auch eine Rolle. Ich habe mich aus der Bahn bringen lassen.“

Der im Vorjahr in Nischnij Tagil zweitplatzierte Huber war ebenfalls angefressen. „Es war so viel Schnee im Anlauf drinnen, es war schwierig. Aber die anderen haben es auch geschafft“, meinte der Salzburger und spielte damit auf die nach ihm gestarteten Geiger und Granerud an. Er habe momentan noch Probleme mit seiner Anfahrtsposition, der bremsende Schnee sei deshalb tödlich gewesen. „Ich war dann völlig überfordert, zu spät dran, ich bin nicht locker geblieben. Es liegt schlussendlich klar an mir.“

Noch schlimmer als Huber, in der Vorsaison als Gesamtzwölfter bester ÖSV-Mann, erwischte es beispielsweise Olympiasieger Kamil Stoch (33.) und dessen polnischen Landsmann Dawid Kubacki (35.). Philipp Aschenwald wurde 18. Manuel Fettner, am Samstag noch Zwölfter, kam nicht über Rang 28 hinaus. Markus Schiffner (31.) und Daniel Tschofenig (40.) gingen leer aus. Der am Samstag zweitplatzierte Japaner Ryoyu Kobayashi durfte wegen seines in der Qualifikation als regelwidrig eingestuften Anzugs nicht starten.


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