20-Jähriger in Wien wegen versuchten Mordes vor Gericht

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„Ich bin nicht in der Lage, einen Menschen umbringen zu können“, hat ein 20-Jähriger am Montag einem Wiener Schwurgericht versichert. Die Staatsanwältin warf ihm genau das vor. Der Bursch soll im vergangenen Sommer in Tötungsabsicht seine Freundin am Hals gepackt, gewürgt und dann in einer gefüllten Badewanne unter Wasser getaucht haben. Nachbarn, die kurz vor Mitternacht Lärm und Schreie aus der Wohnung der 24-Jährigen vernahmen, alarmierten die Polizei.

Der 20-Jährige hatte die um vier Jahre ältere Frau zu Jahresbeginn kennegelernt. Nach einem finalen Streit mit seiner vorherigen Freundin sei sie „für mich da gewesen“, erklärte der Angeklagte den Geschworenen. Im Mai zog er bei der Frau ein. Kurz danach kam der Bursch für ein paar Wochen in U-Haft, weil er Drogen verkauft hatte. Nach seiner Enthaftung sei die neue Freundin „sehr eifersüchtig und kontrollsüchtig“ gewesen. Er habe die Wohnung nicht mehr verlassen dürfen, sie habe ihn ständig verdächtigt, bei einer anderen Frau zu sein, erzählte der Bursch dem Gericht. Er sei auch öfters von ihr wegen Kleinigkeiten „zur Sau gemacht“ worden.

Weil er aus Sicht der 24-Jährigen wieder ein Mal zu spät heimkam, gab es am 11. August einen heftigen Streit. Laut Anklage wollte die Frau ihn gar nicht mehr in ihre Wohnung lassen. Sie erklärte durch die geschlossene Tür die Beziehung für beendet. Indem er ihr erklärte, er wolle dann wenigstens seine Sachen mitnehmen, machte sie auf. Danach wurde es rasch gewalttätig. Der Bursch habe auf seine Partnerin eingeschlagen und eingetreten, sie sei ins Badezimmer geflüchtet und habe sich dort eingesperrt, berichtete die Staatsanwältin. Er trat die Tür ein, habe sie gewürgt und ihren Kopf unter Wasser getaucht. Zum Glück seien von den Nachbarn alarmierte Polizeibeamten eingetroffen und hätten Schlimmeres verhindert.

„Ich bekenne mich schuldig, dass ich versucht habe, sie zu verletzen. Dass ich versucht haben soll, sie zu ermorden, ist absurd“, sagte der Angeklagte. „Ein Tötungsvorsatz war nie und nimmer da“, pflichtete sein Verteidiger Leonhard Kregcjk bei.

Seine Freundin habe ihn in der Wohnung auf Heftigste beschimpft, gab der 20-Jährige zu Protokoll: „Sie hat mir in Gesicht geschlagen, aufs Auge. Es hat eine Rauferei gegeben.“ Er habe sie „so fest wie möglich weggeschubst“, sie sei Richtung Badezimmer „zurückgestolpert und rückwärts in die Badewanne geflogen“. Er habe sich „dafür bei ihr entschuldigt“.

„Ich wollte, dass das Ganze aufhört“, behauptete der 20-Jährige. Er sei „eigentlich kein aggressiver Mensch. Aber wenn man mir ins Gesicht schlägt und mich ‚Hurensohn‘ nennt, wehre ich mich“. Das der Anklage zufolge vorangegangene Würgen sei kein bewusster Akt gewesen: „Ich habe sie weggedrückt und dabei mit der rechten Hand am Hals leicht zugedrückt.“

Die 24-Jährige hatte im Ermittlungsverfahren kontradiktorisch ausgesagt. Das Video mit ihren Angaben wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit erörtert. Mit dem Urteil dürfte am späten Nachmittag zu rechnen sein.


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