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Omikron-Variante könnte Deutschland erreicht haben

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Die jüngste Variante des Coronavirus hat nach Angaben der hessischen Landesregierung „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ Deutschland erreicht. Laut Landessozialminister Kai Klose wurden bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika mehrere für die Omikron-Variante typische Mutationen gefunden. „Es besteht also ein hochgradiger Verdacht“, schrieb der Grünen-Politiker auf Twitter. Der Betroffene sei häuslich isoliert worden. Ein abschließendes Testergebnis stehe noch aus.

Genauere Erkenntnisse zum deutschen Verdachtsfall soll es am Montag geben. Dann werde mit der vollständigen Sequenzierung gerechnet, teilte das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main am Samstag mit.

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Auch in Tschechien besteht seit Samstag der Verdacht, dass die Omikron-Variante (B.1.1.529) aufgetreten ist. Wie das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit mitteilte, ist eine Person betroffen, die sich in Namibia aufgehalten hatte. In Europa war Belgien das erste Land, in dem die neue Variante nachgewiesen wurde. Zuerst war sie in Südafrika festgestellt worden. Auch Israel, Hongkong und Botswana haben Omikron-Fälle gemeldet.

Weltweit haben Dutzende Länder wegen der Virusvariante Alarm geschlagen, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO nach dem griechischen Buchstaben Omikron benannt und als besorgniserregend eingestuft wurde. Wissenschafter befürchten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko und eine verringerte Wirksamkeit herkömmlicher Impfungen. Bis jedoch Klarheit besteht, dürften Wochen vergehen.

Zahlreiche Staaten, darunter Österreich, wollen sich mit Flug- und Einreiseverboten sowie neuen Quarantänevorschriften gegen eine Einschleppung wappnen. Südafrika beklagte am Samstag, das Land werde damit für seine Aufklärungsarbeit bestraft.

In Amsterdam wurden am Flughafen Schiphol 61 Reisende aus Südafrika positiv auf das Coronavirus getestet. Die Fälle seien unter insgesamt rund 600 Passagieren entdeckt worden, die am Freitag mit zwei Flügen angekommen seien, teilten die niederländischen Behörden mit. Es werde nun geprüft, ob die Menschen sich mit der Omikron-Variante angesteckt haben. Die beiden Maschinen waren gelandet, bevor die niederländische Regierung alle Flüge aus dem südlichen Afrika unterbunden hatte.

Die rasante Ausbreitung der Corona-Ansteckungen in Deutschland mache „ein sofortiges Gegensteuern dringend erforderlich“, empfehlen indes die Fachleute der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina. Sie sind für Kontaktbeschränkungen ab Anfang der Woche, und diese Zeit müsse „für eine massive Erstimpfungskampagne und Auffrischungsimpfungen genutzt“ werden. Zudem plädiert die Akademie für die Einführung einer stufenweisen Impfpflicht. Der deutsche Grünen-Bundestagsabgeordnete Janosch Dahmen befürchtete, dass wegen beschränkter Krankenhauskapazitäten Hunderte Intensivpatienten verlegt werden müssen. „Weil der Bedarf so eklatant ansteigen könnte, werden möglicherweise auch Verlegungen in EU-Nachbarstaaten notwendig“, sagte der Gesundheitspolitiker der „Welt am Sonntag“.

Zwei bestätigten Omikron-Infizierte in Hongkong weisen offenbar eine sehr schnell ansteigende Viruslast auf. Die PCR-Tests der zwei Männer, die wenige Tage zuvor noch negativ ausfielen, enthielten einen Ct-Wert von 18 und 19. „Das ist wahnsinnig hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ waren“, schrieb der Epidemiologe Eric Feigl-Ding, der lange Zeit an der Universität Harvard forschte. Es sehe so aus, als ob die Variante dem Impfschutz tatsächlich entgehen könnte, so Feigl-Ding weiter.

Laut Angaben der Hongkonger Regierung wurde die Omikron-Variante des Coronavirus von einem Reisenden aus Südafrika eingeschleppt, der sich seit seiner Ankunft am 11. November in einem Quarantäne-Hotel befand. Am 13. November wurde er dann positiv getestet. Es wird davon ausgegangen, dass der Mann trotz strenger Isolation einen 62-Jährigen (richtig: 62-Jährigen) im gegenüberliegenden Zimmer des Quarantäne-Hotels angesteckt hat. Dieser wurde am 18. November während seines vierten PCR-Tests positiv getestet. In beiden Fällen wurde bei einer späteren Genomsequenzierung deutlich, dass sie sich mit der Omikron-Variante infiziert hatten.

Bisher gab es in Österreich keinen Verdachtsfall auf die Mutation. Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) hält dies aber nur mehr für „eine Frage der Zeit“. „Wir alle haben es aber in der Hand, zusammen dagegen anzukämpfen, in dem wir uns so schnell wie möglich impfen lassen“, lautete der Kanzler-Appell.

Die Telefon-Hotline der AGES für Reiserückkehrer aus dem südlichen Afrika erfährt indes regen Zuspruch. Bis Samstagmittag hatten sich schon 300 Personen unter 01/26 75 032 gemeldet. Dort erhalten sie Informationen, wohin sie sich wegen eines behördlichen PCR-Tests wenden können.

Der Entwickler des AstraZeneca-Impfstoffs gegen Corona, Andrew Pollard, geht derzeit jedenfalls nicht von einem dramatischen Neuanfang der Pandemie durch Omikron aus. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es in einer geimpften Bevölkerung einen Neustart der Pandemie wie im letzten Jahr geben wird“, sagte der Immunologe von der Universität Oxford am Samstag in einem BBC-Interview. Man müsse einige Wochen warten, um sichere Ergebnisse zu haben, es gebe jedoch Anlass zur Hoffnung, dass die Impfstoffe gegen schwere Erkrankungen weiterhin wirken würden.

Im vergangenen Jahr war in Großbritannien kurz vor Weihnachten die erste deutlich ansteckende Alpha-Variante aufgetaucht, die eine schwere Welle auslöste. Damals gingen die Corona-Impfungen gerade erst los.

Die nun im Süden Afrikas entdeckte Omikron-Variante vereint Mutationen, die bereits bei früher als besorgniserregend eingestuften Varianten aufgetreten waren. „Trotz dieser Mutationen haben die Impfstoffe schwere Erkrankungen verhindert, während wir uns von Alpha, Beta und Gamma bis hin zu Delta bewegt haben“, sagte Pollard, der mit anderen Oxford-Forschern und dem Pharmakonzern AstraZeneca den Impfstoff entwickelt hat. Außerdem zeigte sich der Wissenschafter zuversichtlich, dass die Impfstoffe zeitnah auf die neue Variante hin angepasst werden könnten.

Die zunächst in Botswana und Südafrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte.


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