Mayer gewinnt Lake-Louise-Abfahrt vor Kriechmayr

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Das erste Nordamerika-Rennen im laufenden Ski-Alpin-Weltcup, das die Witterungsbedingungen zugelassen haben, hat gleich einen österreichischen Doppelsieg gebracht. Matthias Mayer gewann am Samstag die Abfahrt in Lake Louise vor Cortina-Doppelweltmeister Vincent Kriechmayr, Dritter wurde der Schweizer Beat Feuz. Für Mayer war es der elfte Weltcup-Erfolg und der siebente in der Abfahrt. In Lake Louise hatte der 31-Jährige vor zwei Jahren bereits einen Super-G-Sieg erbeutet.

Mayer zeigte bei wechselhaften Sichtverhältnissen eine augenscheinlich befreite Fahrt ohne gröbere Schwierigkeiten. 23 Hundertstelsekunden lag er am Ende vor seinem Mannschaftskollegen. „Ich bin voll zufrieden, es war wirklich lässig. Gut trainiert, das Material passt anscheinend. Ich bin natürlich überglücklich“, erklärte der Kärntner im Anschluss. „Es war sicherlich ein Ziel in meiner Karriere, dass ich da einmal einen Sieg in der Abfahrt einfahren kann“, fügte er hinzu. Die Teamleistung sei „exzellent“ gewesen: „Wir können, glaube ich, ganz befreit in die nächsten Rennen gehen.“

Kriechmayr, der die Startnummer 1 gewählt hatte, freute sich über einen „Super-Saisonstart“, denn im Training habe er sich doch schwergetan. „Das war nicht nur taktisches Geplänkel. Dass es im Rennen jetzt so funktioniert, ist natürlich schön“, meinte der Oberösterreicher. „Es war wirklich schwierig von der Sicht. Mothl ist von oben bis unten ziemlich am Limit gefahren und hat es verdient gewonnen. Bei ein paar Passagen habe ich vielleicht nur 99 Prozent gezeigt, war mir nicht ganz sicher. Er war einfach besser, da ziehe ich den Hut.“

Der fünftplatzierte Max Franz zeigte sich nicht ganz zufrieden, die schlechte Sicht habe ihm mit Startnummer 15 einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Die Leistung von mir war sicher sehr gut. Mich ärgert es nur ein bisschen, es war halt ein bisschen mehr angepeilt. In ein paar Passagen liegt noch ein bisschen“, analysierte der Kärntner Landsmann von Mayer. „Im Flachen bin ich es einfach zu hart gefahren. Aber es war mit der Sicht einfach schwierig, du hast die ganzen kleinen Schläge nicht gesehen.“

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Nach Christian Hirschbühl, der das Parallel-Heimspiel in Lech/Zürs am Arlberg für sich entschieden hatte, war es im dritten Saisonrennen der zweite ÖSV-Sieg in der Olympia-Saison 2021/22. Das übrige Rennen war der Riesentorlauf in Sölden, den Marco Odermatt gewonnen hatte. Der Schweizer übernahm dank seines vierten Rangs in der Abfahrt nun die alleinige Führung im Gesamtweltcup.

Der für Deutschland fahrende Tiroler Romed Baumann klassierte sich mit 0,77 Sekunden Rückstand als Sechster und schaffte damit schon das Olympia-Limit des DSV. Die deutschen Athleten müssen im Weltcup einmal unter die Top Acht oder zweimal unter die Top 15 fahren, um sich für die Winterspiele in Peking zu qualifizieren. Geschlagen waren unter anderem der Südtiroler Dominik Paris, der als Achter 0,96 Sekunden Rückstand anhäufte, und Aleksander Aamodt Kilde als Neunter. Der Norweger, der mit starken Trainingsleistungen aufgezeigt hatte, war bereits 1,01 zurück.

Außerhalb der Top Ten landete im Paket das ÖSV-Trio Daniel Hemetsberger (14./+1,52), Otmar Striedinger (15./+1,55) und Daniel Danklmaier (16./+1,59). Christian Walder fuhr mit der hohen Nummer 44 noch auf Rang 22 (+1,88). Einzig Stefan Babinsky (55.) schaffte es nicht in die Punkteränge.

Am Freitag war der geplante Speed-Auftakt der Männer in den kanadischen Rocky Mountains noch ausgefallen. Wegen anhaltenden Schneefalls hatte die Jury die Abfahrt lange vor der Startzeit abgesagt. Am Samstag wurde der Frauen-Riesentorlauf in Killington im US-Staat Vermont wegen starker Windböen abgebrochen und später abgesagt.

Am Sonntag folgt in Lake Louise für die Männer ein Super-G. Nächste Woche geht es in Beaver Creek in den USA mit Speed-Events weiter.


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