Söder fordert stärkeres Herunterfahren ganz Deutschlands

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die künftige deutsche Bundesregierung zu drastischen Maßnahmen aufgefordert, um die vierte Corona-Welle zu brechen. „Zum Schutz unseres Gesundheitssystems müssen wir das ganze Land leider noch stärker herunterfahren“, sagte Söder der „Augsburger Allgemeinen“ (Montagsausgabe). Italiens Gesundheits-Staatssekretär Pierpaolo Sileri forderte unterdessen europaweite Vorbeugungsmaßnahmen im Kampf gegen die Omikron-Variante.

„Die Warnungen der Leopoldina (Nationale Akademie der Wissenschaften, Anm.) sind ein Weckruf: Es braucht jetzt konsequente Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, einen Lockdown für Hotspotregionen, Masken in allen Schulen und Fußballspiele ohne Zuschauer“, fügte Söder hinzu. „Jeder Tag des Wartens und Zögerns ist ein verlorener Tag.“ Ganz Deutschland steuere auf eine Notlage zu, die kommende Bundesregierung dürfe nicht länger tatenlos zuschauen, mahnte Söder.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte angesichts der stark steigenden Infektionszahlen sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen empfohlen. „Eine Bundesnotbremse muss noch in dieser Woche beschlossen werden“, verlangte der CSU-Chef.

Niemand könne derzeit abschätzen, wie sich die neue Omikron-Variante auswirken werde. „Deshalb müssen alle Flüge aus Südafrika gestoppt werden. Wir dürfen nichts ausschließen. Im Übrigen braucht es mehr Impfstoff für die Länder, umfangreiche Entschädigungen für die Wirtschaft wie im vergangenen Jahr und eine Impfpflicht für alle ab Jänner. Das ist ein Notpaket für Deutschland.“

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Im Kampf gegen die Omikron-Variante des Coronavirus fordert Italien unterdessen die EU zur Ergreifung europaweiter Vorbeugungsmaßnahmen. „Wir werden in den nächsten 24-48 Stunden eine Eindämmungsstrategie auf europäischer Ebene ausarbeiten“, sagte Gesundheits-Staatssekretär Sileri laut Medienangaben vom Sonntag.

„Es war die richtige Entscheidung Italiens, die Flüge aus einigen afrikanischen Ländern zu blockieren. Jetzt sind jedoch Gemeinschaftsbeschlüsse für neue Beschränkungen erforderlich. Wir könnten die Verpflichtung zu einem doppelten Abstrich bei der Einreise und nach der Quarantäne wieder einführen, aber nur für diejenigen, die aus Ländern kommen, in denen es die Virus-Vatiante gibt, nicht für Einzelfälle“, erklärte Sileri.

„Es könnte sich um eine Variante handeln, die mehr infiziert, sich aber nicht gegen Impfstoffe wehrt. In diesem Fall würde es nur dazu führen, dass mehr Menschen geimpft werden müssen. Alles, was wir jetzt wissen, ist, dass die Zahl der Fälle in Südafrika innerhalb einer Woche um 356 Prozent gestiegen ist. Wenn sich unter den Eingewiesenen geimpfte Personen befinden, haben wir einen indirekten Hinweis darauf, dass diese Impfstoffe weniger oder gar nicht wirksam sind. Wenn das der Fall ist, müssen wir drei Monate warten, um die Impfungen neu zu planen, aber es ist wahrscheinlich, dass ein gewisser Schutz vorhanden sein wird“, sagte Sileri.

Die jüngste Variante des Coronavirus hat bereits mehrere europäische Länder erreicht. In Deutschland und Italien wurden am Samstag insgesamt drei Fälle bestätigt.


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