Beratungen der G7-Gesundheitsminister über Omikron gestartet

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Die Gesundheitsminister der G7-Staaten haben am Montag ihre Beratungen über die Omikron-Variante des Coronavirus begonnen. Das bestätigte ein Sprecher der britischen Regierung, die das außerplanmäßige virtuelle Treffen zuvor einberufen hatte. Mittlerweile sind in etlichen Ländern - darunter auch Österreich, Deutschland und Großbritannien - Fälle der Variante entdeckt worden. Mehrere Länder haben bereits wieder schärfere Reisebeschränkungen eingeführt.

Großbritannien hat noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der sieben wichtigsten Industrienationen inne. Neben Deutschland und Frankreich gehören auch Italien, die USA, Kanada und Japan zu dem Bündnis.

Die neue Variante wurde bereits in einigen Ländern nachgewiesen. Neben Österreich, Deutschland und Großbritannien wurden auch in Israel, Kanada, Dänemark, Belgien, Tschechien und Italien Fälle gemeldet. In den Niederlanden wurden bei 13 Reisenden Omikron-Infektionen festgestellt. Zuletzt kam in der Schweiz ein Verdachtsfall dazu.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen rief angesichts der neuen Coronavirus-Variante zu Vorsorgemaßnahmen und raschem Handeln auf. „Wir nehmen diese Omikron-Variante sehr ernst und wissen, dass wir uns jetzt in einem Wettlauf gegen die Zeit befinden“, sagte sie am Sonntag. Zuvor hatte die italienische Regierung europaweite Vorbeugungsmaßnahmen verlangt.

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Der deutsche Virologe Christian Drosten sagte am Sonntagabend im „heute journal“ des ZDF, er sei wegen der Variante „ziemlich besorgt“. Man wisse nicht allzu viel über sie. Berichte über milde Verläufe hätten noch nicht sehr viel Substanz angesichts von nur gut 1.000 Fällen, so Drosten. Hier müsse man die klinischen Verläufe abwarten. Man sehe aber, dass sie häufig bei jungen Leuten in Südafrika auftauche und auch Menschen betreffe, die eine Erkrankung schon hinter sich haben. Er habe die Sorge, dass man die erste wirkliche „Immunfluchtmutante“ vor sich habe.

Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech gab unterdessen bekannt, neben laufenden Labortests zur Untersuchung der neuen Variante auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs zu arbeiten - vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte. „Um keine Zeit zu verlieren, gehen wir diese beiden Aufgaben parallel an, bis die Daten vorliegen und wir mehr Informationen darüber haben, ob der Impfstoff angepasst werden sollte oder nicht“, teilte eine Biontech-Sprecherin mit.

Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die zunächst im Süden Afrikas entdeckte Omikron-Variante als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass Omikron die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Mutante hat, steht allerdings noch nicht fest.

Die überraschend viele Mutationen tragende Variante Omikron könnte Experten zufolge in einem Patienten mit einer Form der Immunschwäche, etwa HIV, entstanden sein. Das sei denkbar und wahrscheinlich, ähnliche Befunde seien in anderen Fällen bereits publiziert worden, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI). Viele HIV-Patienten in Afrika, wo die Variante zuerst auffiel, würden nicht ausreichend therapiert, weshalb ihr Immunsystem deutlich geschwächt sei. In Menschen mit geschwächtem Immunsystem könne sich das Virus über viele Wochen vermehren, so Watzl.

Viele Länder, darunter die USA, Großbritannien oder Israel, haben wegen Omikron wieder schärfere Reisebeschränkungen eingeführt. Österreichische Reiserückkehrer aus südafrikanischen Ländern müssen einen negativen PCR-Test vorweisen und eine bis zu zehntägige Quarantäne antreten. Das Bundesheer kontrolliert und hat dabei Umsteige-Flughäfen im Blick. Zuletzt kündigte Regierungschef Fumio Kishida für Japan an, dass Ausländer ab Dienstag (30. November) nicht mehr einreisen dürfen. Aus bestimmten Ländern zurückkehrende Japaner müssen in Quarantäne in speziellen Einrichtungen. Auch Israel schloss seine Grenzen am Sonntagabend erneut komplett für Ausländer.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa kritisierte die Reisebeschränkungen am Sonntagabend als ungerechtfertigt. „Diese Beschränkungen sind eine unfaire Diskriminierung unseres Landes und unserer Schwesterstaaten“, sagte Ramaphosa in einer Fernsehansprache und appellierte, die Entscheidungen noch einmal zu überdenken, „bevor sie noch mehr Schaden anrichten“.

Vergangenen Donnerstag hatten südafrikanische Virologen die Entdeckung der neuen Variante bekanntgegeben. Sie waren stutzig geworden, weil die landesweite Inzidenz von knapp zwei plötzlich auf neun Prozent in die Höhe geschnellt war.

Der südafrikanische Virologe Salim Abdool Karim erwartet in dem Kap-Staat bis zum Ende der Woche einen Anstieg der landesweiten Corona-Infektionen um rund 10.000 neue Fälle. Dennoch bestehe kein Grund zur Panik, sagte er am Montag. Für Dezember erwartet er ein schnelles Ansteigen der Fallzahlen und mehr Druck auf die Krankenhäuser.


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