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Tippler bereit für Speed-Auftakt, Schmidhofer eher nicht

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In Lake Louise beginnt für die österreichischen Speed-Spezialistinnen die neuerliche Jagd nach den zuletzt für sie raren Weltcup-Podestplätzen. Wie in der Vorwoche bei den Männern macht in den kanadischen Rockys das Wetter mit viel Neuschnee und Wind einige Probleme. Die widrigen Bedingungen erschweren auch das Comeback von Nicole Schmidhofer zusätzlich. Ihre ÖSV-Kolleginnen um Tamara Tippler und Romana Siebenhofer sind nach guter Vorbereitung hingegen bereit zum Angriff.

Tippler hofft in der Olympiasaison auf einen weiteren Schritt vorwärts, die Voraussetzungen dafür stimmen. „Ich habe meine sieben Sachen beieinander, das Material passt, ich habe super trainiert“, betonte die in der Vorsaison wie Siebenhofer als Zweite einmal auf das Weltcuppodest gekommene Steirerin. Ihre mittlerweile große Erfahrung soll der 30-Jährigen dabei helfen, ihr oftmals flatterndes Nervenkostüm im Griff zu haben. „Sicher habe ich auch schon einmal die Nerven geschmissen, dann fließen auch die Tränen. Ich bin ein Emotionsmensch, aber ich habe gelernt, besser damit umgehen und schneller in die Spur, in meine Mitte zu finden. Ich versuche, dass ich auf mein Skifahren vertraue, und das ist sehr gut.“

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Ausgefallene Skitage wie das Training am Mittwoch könne sie nun besser wegstecken. „Sicher habe ich schon die nötige Erfahrung. Die Trainer sagen auch, du kannst es auch mit weniger Training machen.“ Denn sie könne auf ihre geleistete Aufbauarbeit mit vielen guten Trainings und ihre Fitness vertrauen, betonte Tippler und verwies auch auf die ausgesprochen gute Stimmung im ÖSV-Team.

Die darf nach ihrer schweren Knieverletzung auch Schmidhofer wieder miterleben. Ob die Ex-Weltmeisterin bereits in Lake Louise ins Renngeschehen zurückkehrt, ist aber fraglich. „Es ist definitiv eine Möglichkeit, dass ich hier kein Rennen fahre. Aber ich werde es probieren bis zum Schluss“, so Schmidhofer vor dem witterungsbedingt fraglichen Donnerstag-Training und einer erwarteten Wetterbesserung Richtung Wochenende. Im bisher einzigen Testlauf am Dienstag hatte sie mehr als fünf Sekunden Rückstand gehabt.

Neben der schlechten Sicht und Piste spielt auch ihr Körper noch nicht wie gewohnt mit. „Ich habe keine Schmerzen, aber ich spüre nicht alles. Ich habe teilweise noch Probleme, spüre nicht, wenn mein linkes Bein müde ist, ich spüre Muskeln teilweise nicht so gut. Ein paar Sachen sind noch nicht so, wie man es sich vorstellt. Aber es ist ok, man gewöhnt sich dran, es ist anders“, erläuterte die 32-jährige Steirerin.

Sie sei sehr froh, wieder im Weltcupzirkus mit dabei zu sein, wobei sich ihr Blickwinkel aufgrund der Leidensgeschichte geändert habe. „Das war ein intensives Jahr, das hat mich sehr geprägt, es wird mich aber sehr viel weiterbringen. Der Schmäh rennt, das ist ganz wichtig, aber man sieht gewisse Sachen anders.“ Als Erinnerung an die prägende Zeit trägt Schmidhofer eine aus ihrem verletzten Knie wieder entfernte Beilagscheibe als Glücksbringer bei sich.

Schmidhofer war es, die vor zwei Jahren in Lake Louise für den bis dato letzten Abfahrtssieg der ÖSV-Frauen gesorgt hat. Mit Nina Ortlieb fehlt weiterhin verletzt auch jene Läuferin, die Ende Februar 2020 beim Super-G von La Thuile den letzten österreichischen Speedsieg einfuhr. In ihrer Abwesenheit sind Tippler, Siebenhofer und Co. im Kampf um den Sieg in den beiden geplanten Abfahrten und dem Super-G am Sonntag wohl nur Außenseiterinnen.

Als Topfavoritinnen werden Abfahrtskugelgewinnerin Sofia Goggia und Weltmeisterin Corinne Suter gehandelt. Auch Ester Ledecka wird neuerlich zu beachten sein. Während Super-G-Weltmeisterin Lara Gut-Behrami mit einer hartnäckigen Verkühlung kämpft, ist Gesamtweltcup-Titelverteidigerin Petra Vlhova in Kanada nicht am Start. Die in der Gesamtwertung vor der Slowakin führende Mikaela Shiffrin tritt hingegen an.


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