Neueste Runde der Iran-Atomverhandlungen vor Ende

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Die aktuelle Runde der Atomverhandlungen mit dem Iran soll am Freitag mit pessimistischen Tönen in Wien zu Ende gehen. Eine offizielle Bestätigung der EU gab es dafür bisher nicht, Diplomaten bekräftigten dies aber gegenüber mehreren internationalen Medien. Die siebente Gesprächsrunde in diesem Jahr soll mit dem Treffen des Irans mit den verbleibenden Vertragspartnern geschlossen werden. Die Fronten sind verhärtet.

Das Treffen, das unter dem Format der „Joint Commission“ bekannt ist, soll gegen Mittag im Wiener Luxushotel Palais Coburg starten. Ziel sei es, die Gespräche in der kommenden Woche fortzusetzen, hieß es von europäischen Diplomaten. Zuvor wollen sich Teile der Verhandlungsteams in ihrer Heimat politisch über den Stand der Dinge besprechen. Die USA, die unter dem Ex-Präsidenten Donald Trump 2018 aus dem Atompakt ausgetreten sind, nehmen weiterhin nur indirekt an den Verhandlungen teil. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China vermitteln zwischen den zwei verfeindeten Staaten, deren Delegationen sich in zwei verschiedenen Luxushotels aufhalten.

Die Verhandlungsrunde war die erste diplomatische Annäherung nach fünf Monaten Pause. Das Atomabkommen (JCPOA) mit dem Iran war 2015 nach jahrelangem zähem Ringen in Wien beschlossen worden. Der Vertrag sollte dem Iran den Weg zur Atombombe erschweren. Im Gegenzug waren Sanktionen gegen das international isolierte Land aufgehoben worden. Israel ist strikt gegen die Wiederbelebung des Vertrags. Auch in den USA herrscht große Skepsis, zumal das iranische Atomprogramm weit fortgeschritten ist und Teheran kategorisch die Aufhebung aller Sanktionen fordert.

Europäische Diplomaten hatten sich gerade zum Start der neuen Gesprächsrunde ein Signal des guten Willens vom Iran erhofft. Der Iran berichtete am Donnerstag, dass er den Europäern neue Vorschläge unterbreitet habe und man diesen Zeit zur Prüfung geben wolle. Bei gutem Willen sei eine gute Lösung möglich, hieß es aus Teheran.

Erst am Mittwoch teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit, dass der Iran nach den jüngsten Einschätzungen seine Fähigkeiten zur Anreicherung von Uran entgegen dem Nuklearabkommen von 2015 weiter ausbaut. Teheran habe demnach begonnen, in der unterirdischen Einrichtung Fordo Uran mit modernen Zentrifugen auf 20 Prozent anzureichern. Der israelische Premier Naftali Bennett nahm diesen Bericht am Donnerstag zum Anlass, den sofortigen Abbruch der Wiener Verhandlungen durch die Weltmächte zu fordern.


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